HD-Fernsehen wird kostenpflichtig
 

HD-Fernsehen wird kostenpflichtig

Die Zeiten des "Gratisfernsehens" sind vorbei: Wer HD-Qualität haben will, muss 49,90 Euro im Jahr bezahlen

Die österreichischen und deutschen Privatsender - ausgenommen ATV - sind ab sofort auch auf HD empfangbar und läuten gleichzeitig das Ende des Gratisfernsehens ein. Über die Plattform "HD Austria" sind Puls 4, ProSieben, Sat.1, Kabel eins, Comedy Central, Nickelodeon, N24, RTL, RTL II und VOX künftig in High Definition empfangbar. Allerdings fällt dafür eine Gebühr an: Jährlich kostet das Abo von "HD Austria" 49,90 Euro, monatlich 6,90 Euro.

Wer das Angebot nutzen möchte, braucht einen geeigneten Receiver mit ICE-ORF-Smartcard, der entweder entsprechend aufgerüstet oder ab dem Wochenende neu erworben werden kann. Die passenden Geräte werden mit einem entsprechenden Aufkleber gekennzeichnet sein. Die Kunden haben damit künftig die Wahl: Entweder gratis werbefinanziertes Privatfernsehen in Standardauflösung konsumieren, oder selbiges in HD genießen, wofür allerdings besagte Gebühr fällig wird.

Ein "symbolischer Betrag"

Bei den Privatsendern versuchte man bei der Präsentation des neuen Angebots am Mittwoch zu beruhigen. Es handle sich im Gegensatz zu Pay-TV um keine programmbezogene Gebühr, betonten IP-Österreich-Chef Gerhard Riedler und Michael Stix von der Geschäftsleitung von ProSiebenSat.1 Austria. Wie bei einem Kabelbetreiber werde ein technisches Transportentgelt fällig. Der Betrag sei gemessen an den immensen Investments, die HD verschlinge, gerade einmal ein symbolischer. Das Ende des Gratisfernsehens sieht Stix außerdem nicht, wie er betonte. In keinem ihm bekannten Szenario sei vorgesehen, dass das normale Standard Definition-Signal in absehbarer Zeit abgeschaltet oder kostenpflichtig werde.

Olaf Castritius von der niederländischen M7 Group, die hinter "HD Austria" und AustriaSat steht, verwies außerdem darauf, dass eine entsprechende Gebühr für HD-Content international bereits üblich sei. "Die Insel, die der deutschsprachige Raum dargestellt hat, wird kleiner." ATV ist noch nicht mit von der Partie. Castritius betonte aber, dass man "konstruktive Gespräche" führe.

(Quelle: APA)

stats