Hans Dichand 1921 - 2010
 

Hans Dichand 1921 - 2010

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Hans Dichand verstarb am 17. Juni 2010. ©Wobrazek
Hans Dichand verstarb am 17. Juni 2010. ©Wobrazek

Der mächtigste Medienmann des Landes ist heute im Alter von 89 Jahren verstorben.

Sein inniger Wunsch, an seinem Schreibtisch im 16. Stock seines geliebten Pressehauses zu sterben, wurde nicht erfüllt. Hans Dichand, Ausnahmejournalist, Gründer, Herausgeber und Hälfteeigentümer der "Kronen Zeitung" ist heute früh, am 17. Juni 2010, im Alter von 89 Jahren in einem Wiener Krankenhaus an Nierenversagen verstorben. Seit 10. Juni war Dichand in Spitalsbehandlung, zuletzt sprach seine Schwiegertochter Eva Dichand davon, dass es er auf dem Wege der Besserung sei.

Mit Hans Dichand stirbt Österreichs mächtigster Medienmann. Sein Einfluss auf die österreichische Politik war legendär und berüchtigt. In den letzten Jahren seines Lebens versuchte er, seine deutschen Mitgesellschafter, die WAZ-Gruppe, mit der er sich über die Jahre teils heftig zerstritten hatte, auszukaufen. Vergeblich, die Verhandlungen scheiterten an den unterschiedlichen Preisvorstellungen.

Dichands wichtigsten Stationen:
(Quelle: "Österreichs Medienwelt von A bis Z" von Harald Fidler)

Kindheit und Jugend in teilweise sehr bescheidenen Verhältnissen in Graz.

Militärdienst bei der deutschen Marine - Kriegsgefangenschaft bis November 1945

Redakteur beim britischen Nachrichtendienst, danach Chefredakteur der "Murtaler Zeitung"

Wechsel zum "Steirerblat", Mitgründung der "Neuen Wiener Tageszeitung"

1948: Chefredaktion der "Kleinen Zeitung"

1954: Chefredaktion des "Neuen Kurier"

1958: Wiederbelebung der "Kronen Zeitung" mit von Gewerkschaftsschef Franz Olah vermittelten Krediten und Kurt Falk als Partner. Der folgende Aufstieg der "Kronen Zeitung" zur mit Abstand reichweitenstärksten Zeitung Österreichs (MediaAnalyse 2009) gilt auch international als einzigartig.

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