Handy-TV: Media Broadcast und ORS kooperieren...
 

Handy-TV: Media Broadcast und ORS kooperieren nun doch

ORS zieht Beschwerden bei den Höchstgerichten zurück - Gemeinsames Ziel: DVB-H-Netzabdeckung in allen Spielstätten der EURO 2008

Im Zulassungsverfahren um die DVB-H-Lizenz waren sie noch erbitterte Gegner, nun arbeiten der internationale Rundfunkdienstleister Media Broadcast, Inhaber der österreichischen DVB-H-Lizenz und die im Vergabeverfahren unterlegene ORF-Sendetechnik-Tochter ORS zusammen. Zusätzlich zieht die ORS ihre angestrebte Beschwerden vor dem Verfassungsgerichtshof und dem Verwaltungsgerichtshof gegen ihre Abweisung im Verfahren zurück, wie ORS-Sprecher Mag. Michael Weber gegenüber horizont.at bestätigt.



Die beiden Gesellschaften haben am Freitag in Wien eine "richtungsweisende Vereinbarung für die zeitnahe Realisierung von Mobile-TV geschlossen", wie es in einer gemeinsamen Aussendung heißt. Kern der Vereinbarung ist die Kooperation der beiden Mediendienstleister bei Aufbau und Betrieb des bundesweiten DVB-H Sendernetzes. Ziel ist es, alle Spielstädte der EURO 2008 von Beginn an zu versorgen. Damit können bereits große Teile der österreichischen Bevölkerung 15 nationale und internationale Fernsehprogramme und vier österreichische Radioprogramme in digitaler Qualität empfangen.



"Wir wollen Österreich zum europäischen Mobile-TV Leitmarkt machen. Die Voraussetzungen hierfür sind ideal und wir haben mit der ORS einen weiteren kompetenten, österreichischen Partner gefunden, um dieses Ziel zu erreichen", sagte Dr. Bertold Heil, Leiter internationale DVB-H Projekte bei Media Broadcast. "Wir gehen davon aus, dass damit ein Angebot auf dem Markt ist, das für alle österreichischen Mobilfunknetzbetreiber eine unverzichtbare Ergänzung ihres Serviceportfolios darstellt."



"Die ORS verfügt über vorhandene Infrastruktur und Know-how aus dem DVB-T Roll-Out und dem durchgeführten DVB-H Trial und ist damit der ideale Partner für Media Broadcast zur Realisierung des Netzaufbaus in der vorgegebenen Zeit. Damit ist der Medienstandort Österreich gestärkt und ein wichtiger Teil der Wertschöpfung für Österreich gesichert", sagt Mag. Michael Wagenhofer, kaufmännischer Geschäftsführer der ORS. Im Detail regelt die Vereinbarung das Nutzen der ORS Sender- und Netzinfrastruktur für den Netzaufbau und das Aussenden der Programmsignale. Die Planungen sehen den Start von DVB-H zum Start der EURO 2008 in den Austragungsstädten der Europameisterschaft Wien, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt vor. Dr. Bertold Heil erklärt: "Die Realisierungszeit bis zur EURO 2008 ist extrem kurz. Media Broadcast und ihre Partner bündeln Ressourcen und Know-how, um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen."





Stichwort DVB-H, vulgo Handy-TV:

Die Abkürzung DVB-H steht für Digital Video Broadcasting-Handheld, ein System das TV-Programme auf tragbare und mobile Empfänger mit kleinen Bildschirmen sendet. Der Standard baut auf DVB-T-Technologie auf, ist aufgrund von niedriger Datenrate, einem erhöhten Fehlerschutz und einer energiesparenden Technik optimal für mobile Endgeräte geeignet. Neben Fernsehprogrammen kann das System auch Radiosendungen und interaktive Dienste auf die mobilen Geräte übertragen. Die Codierung des Videosignals erfolgt mittels MPEG-4/AVC und MPEG-4/AAC bei Audiosignalen. Pro Programm ergeben sich Datenraten um 400 Kilobit pro Sekunde. Diese reichen aus, um Fernsehprogramme auf kleinen Displays in sehr guter Qualität darzustellen.

(sl)

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