Günther Jauch verabschiedet sich mit Gegendar...
 

Günther Jauch verabschiedet sich mit Gegendarstellung

Karlheinz Schindler
Günter Jauch konzentriert sich in Zukunft auf sein RTL-Engagement.
Günter Jauch konzentriert sich in Zukunft auf sein RTL-Engagement.

Günther Jauch hat sich von seiner politischen Talkshow in der ARD verabschiedet und um Vertrauen für seine Nachfolgerin Anne Will geworben. Bitter: Die Sendung endete mit einer Gegendarstellung eines Boulevard-Chefredakteurs

"Herzlichen Dank, dass Sie uns diese viereinhalb Jahre so wunderbar die Treue gehalten haben", sagte der 59-Jährige in seiner letzten Sendung am Sonntagabend in Berlin. Der Moderator bat das Publikum, dieses Vertrauen auch seiner Nachfolgerin entgegenzubringen - "die es wirklich verdient hat". Will hatte bereits bis zum Frühjahr 2011 im Ersten eine Talkrunde am Sonntagabend. Jetzt bekommt sie den Sendeplatz zurück. Nach Einschätzung des Medienwissenschaftlers und ehemaligen Leiters des Grimme-Instituts, Bernd Gäbler, hat sie "beste Voraussetzungen". "Das ist ja ganz selten, dass jemand einen Sendeplatz weggenommen kriegt - und ihn dann wiederbekommt", sagte Jauch.

In der Zwischenzeit sei Will "souveräner" und "selbstbewusster" geworden, sagte Gäbler. Sie sei womöglich nicht ganz so populär wie Jauch und werde eventuell etwas niedrigere Quoten haben. In der Sache werde sie das aber gut machen. Dass sie den Wechsel des Sendeplatzes so mitgemacht habe, zeige zudem Loyalität, und werde von den Sendern goutiert. Will tritt die Nachfolge von Jauch am 17. Jänner an.

Die Gegendarstellung



Bitter für Jauch: Der Moderator verabschiedete sich am Sonntag mit einer Gegendarstellung von seinen Zuschauern. Der ehemalige "Closer"-Chefredakteur Tom Junkersdorf vom Bauer-Verlag verlas das Statement. Es ging um eine Sendung aus dem April, in der Jauch mit seinen Gästen über die Grenzen der Promi-Berichterstattung diskutierte. Ein Laufband zeigte während der Sendung an, welche Menschen aus dem People-Bereich angeblich nicht bereit waren in die Sendung zu kommen, darunter auch Junkersdorf. Dazu stellte dieser fest: "Am Freitag vor der Sendung hat eine für 'Closer' tätige Medienagentur der Produktionsfirma meine Teilnahme an der Sendung angeboten. Dies wurde abgelehnt."

Jauch selbst konzentriert sich künftig auf seine Arbeit für den Privatsender RTL, wo er die Rateshow "Wer wird Millionär?" moderiert. Im Sommer hatte Jauch angekündigt, seinen Vertrag bei der ARD nicht verlängern zu wollen. Er nannte damals berufliche und private Gründe, führte das aber nicht näher aus.

Letzte Sendung mit Schäuble



In seiner letzten Gesprächsrunde im Berliner Gasometer interviewte Jauch als einzigen Gast den deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Die beiden sprachen eine Stunde lang etwa über die Flüchtlingskrise und Schäubles politisches Leben. Schäuble verteidigte unter anderem seinen umstrittenen Vergleich der Flüchtlingszuwanderung mit einer Lawine. "Das mit der Lawine, das ist mir sehr ernst", sagte Schäuble. Man müsse nicht nur die objektiven Probleme benennen, sondern das Flüchtlingsproblem auch für Menschen verständlich machen.

Zugleich wies er Spekulationen zurück, er habe mit dem Bild vom "unvorsichtigen Skifahrer", der eine Lawine auslösen könne, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen ihrer Flüchtlingspolitik gemeint. Er habe der Kanzlerin gesagt, es tue ihm leid, sagte Schäuble. Auch habe er Merkel gegenüber betont: "Ich hab' bei Ihnen alle möglichen Vorstellungen, aber nicht die von einem Skifahrer.
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