Günther Jauch beendet seine Talkshow
 

Günther Jauch beendet seine Talkshow

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Der beliebte Moderator gibt seine sonntägliche ARD-Talkshow Ende des Jahres auf - RTL bleibe er aber erhalten

Günther Jauch und die ARD. Das hat von Anfang an nicht so recht gepasst. Schon 2007 war er als Moderator bei der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt im Gespräch. Jauch geriet damals aber in den Fokus der verschiedenen Gremien - er wollte  nicht wie ein Spielball hin und her gereicht werden und sagte schließlich entnervt ab. So wurde er vorerst nicht Nachfolger von Sabine Christiansen auf dem begehrten Sendeplatz am Sonntagabend. Anne Will übernahm den Job. Später sprach Jauch in einem "Spiegel"-Interview von "Gremien voller Gremlins". 2011 wurde Jauch sich mit den ARD-Gremien schließlich einig - im September startete seine Talkshow "Günther Jauch" - sonntags, im Anschluss an den quotenstarken "Tatort".

Die Talkshow wird aber nur noch bis Ende des Jahres zu sehen sein, das gab der NDR nun in einer Pressemitteilung bekannt. "Über das Angebot der ARD zur Vertragsverlängerung habe ich mich sehr gefreut. Sowohl aus beruflichen als auch aus privaten Gründen habe ich es nicht angenommen", sagt Jauch.

Dass der NDR die Sendung weiterführen wollte, Jauch nun aber selbst einen Schlussstrich setzt, zeigt schon, wie kompliziert die Lage bei der ARD zuletzt war. Die Quoten von "Günther Jauch" waren immer sehr gut - 4,62 Millionen Menschen ab drei Jahren erreichte die Talkshow bislang mit allen Ausgaben im Schnitt. Das entspricht einem Marktanteil in Höhe von 16,2 Prozent. Alles andere wäre, im Anschluss an den "Tatort", aber auch eine große Überraschung gewesen. Die Kritiker aber ließen nie ein gutes Haar an Jauch und der Sendung - zuletzt wurden die Misstöne immer lauter.

So wurde Jauch immer wieder vorgeworfen, er habe zu wenig Profil und sei schlicht kein guter Polit-Journalist. Selbst Gäste seiner Talkshow kritisierten das ein oder andere Mal die angeblich mangelnde Vorbereitung des Gastgebers. Zuletzt wurde er für die Sendung kritisiert, bei der der Stinkefinger von Yanis Varoufakis thematisiert wurde - #varoufake inklusive. Und auch Jauch selbst war es immer wieder anzusehen: Der Moderator geht in seiner Rolle als Gastgeber von Deutschlands wichtigster Talkshow einfach nicht auf. Ganz anders bei RTL: Während seinen "Wer wird Millionär?"-Moderationen wirkt Jauch schlagfertig, witzig und ist der Liebling der Nation.

NDR-Intendant Lutz Marmor dankt Günther Jauch in einer ersten Stellungnahme für sein Engagement und sagt, dass man seine Entscheidung respektiere. Marmor weiter: "Er hat mit seiner Sendung oft die politische Agenda geprägt und für das Erste neue Zuschauer gewonnen. Sein Talkformat ist pointiert, hintergründig, emotional und auch mal unterhaltsam aufbereitet - passend für den Sonntagabend." Volker Herres, Programmdirektor Das Erste, will die Quoten am Sonntagabend in den kommenden Jahren hoch halten - "dann leider ohne Günther Jauch".

Zusammenarbeit mit RTL aufrecht

Jauch will dem Sender RTL aber treu bleiben. "Wir setzen unsere gute und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Günther Jauch fort", sagte ein RTL-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Dies beziehe sich konkret auf die Shows "Wer wird Millionär?", "5 gegen Jauch" und "Die 2 - Gottschalk & Jauch gegen Alle".

Auch der Jahresrückblick gehöre dazu. Zu Details über Laufzeit und Schlagzahl der Sendungen äußerte sich RTL nicht. "Darüber hinaus sind derzeit keine weiteren Projekte geplant", hieß es weiter vom Sender. Im Frühherbst werde Jauch, der am 13. Juli 59 wird, nach einer Sommerpause mit der Quizshow "Wer wird Millionär?" wie gewohnt auf den Bildschirm zurückkehren. Der Sprecher ergänzte, dass Jauch und der Sender die Verlängerung ihrer Arbeit per Handschlag vereinbarten und dass dies seit Jahren gut klappe. Das Ende von Jauchs ARD-Talk wollte RTL nicht kommentieren.
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