'Großer Reformbedarf': Harsche Kritik an der ...
 
'Großer Reformbedarf'

Harsche Kritik an der Media Analyse

APA Fotoservice/Krisztian Juhasz
Styria-Vorstandsvorsitzender Markus Mair.
Styria-Vorstandsvorsitzender Markus Mair.

Im Interview mit HORIZONT ortet Styria Media Group-CEO Markus Mair Reformbedarf für die Media Analyse. Auch bei anderen Geschäftsführern heimischer Medienhäuser herrscht Unzufriedenheit mit der bestehenden Methode: "Sie 'schwurbelt' in bester Absicht irgend­etwas daher". Und: "Ich behaupte, dass kein einziger dieser 15.000 Fragebögen ernsthaft ausgefüllt wird"

Vergangene Woche wurden die Zahlen der Media Analyse 2021 veröffentlicht. Das Ergebnis: Tiefe rote Spuren in den Reichweitenbilanzen der heimischen Medienhäuser. Im Gespräch mit HORIZONT äußert sich Markus Mair zu den Einbußen der Kleinen Zeitung: "Diese Ergebnisse und die gesamte Entwicklung des klassischen Medienmarktes sind für einen geistigen Verdrängungsmechanismus gar nicht geeignet und sie erfordern nach der notwendigen Analyse auch Maßnahmen in den Unternehmen im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Journalismus, den Produkten als Ganzes in Digital und Print und den Medienmarken per se." Weiters übt der Styria-Chef aber auch Kritik an der Erhebung an sich: "Ich sehe aber auch einen großen Reformbedarf bei der bestehenden Media-Analyse selbst", so Mair.

'Fragebögen nicht ernsthaft ausgefüllt'

In einem aktuellen Interview auf medianet.at beklagen sich auch Thomas Kralinger, Geschäftsführer Kurier-Medienhaus, tele-Geschäftsführer Hans Metzger und VGN-Chef Horst Pirker über nicht treffsichere Erhebungsmethoden der Media Analyse. "Ich behaupte, dass kein einziger dieser 15.000 Fragebögen ernsthaft ausgefüllt wird", wird Hans Metzger im medianet-Interview zitiert. "Sie werden schon ausgefüllt sein, damit die Marktforscher sagen können, es sei alles valide und technisch in Ordnung. Aber es geht um die Inhalte und so viel Zeit nimmt sich kein Mensch." Weiters würde er nicht anzweifeln, dass wissenschaftlich sauber gearbeitet werde, aber dass aufgrund der Art, was und wie abgefragt würde, "ein falsches Ergebnis herauskommt".

"Unser aller wesentlicher Kritikpunkt ist, dass wir in vielen Bereichen nicht mehr die Repräsentanz in der Bevölkerung erreichen, der Fragebogen zu lang ist, die entsprechende Altersgruppen nicht erreicht werden und wir somit keine relevanten Ergebnisse mehr bekommen. Hinzu kommt, dass wir, je nachdem, wie die einzelne Medienhäuser ihre Print- beziehungsweise Digitalprodukte aufstellen, ganz unterschiedliche Resultate einer in Wahrheit Marken-Reichweite erhalten", fasst Kralinger die Kritikpunkte im Interview zusammen.

Horst Pirker beschreibt die Methode der Messung im medianet-Interview als "ungeeignet, die Mediennutzung im fortgeschrittenen 21. Jahrhundert abzubilden". Weiters stimmt er Metzger in seiner Kritik zu und fügt an: "Das zentrale Problem ist und bleibt, dass die Media Analyse eben mit irrem finanziellen Aufwand irgendetwas misst. Fragen Sie mich nicht, was. Sie 'schwurbelt' in bester Absicht irgend­etwas daher", so VGN-Chef Pirker.

Das ganze Interview mit Markus Mair lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des HORIZONT. Noch kein Abo? Hier klicken. 
stats