Großer ORF-Poker um Direktorenposten
 

Großer ORF-Poker um Direktorenposten

ORF/Thomas Ramstorfer
Neben einem eigenen Generalsekretär beansprucht die ÖVP ebenso den Posten des Kaufmännischen Direktors.
Neben einem eigenen Generalsekretär beansprucht die ÖVP ebenso den Posten des Kaufmännischen Direktors.

Die Regierungsparteien verhandelten bis in die Nacht Personalpakete.

Der Stiftungsrat bestellt heute die neuen Direktoren und Landesdirektoren des ORF, auf Vorschlag des frisch gewählten Generalsekretärs Alexander Wrabetz. Wie die APA meldete, wurden bis spät in die gestrige Nacht Verhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP um mögliche Personalpakete verhandelt – vorerst ohne Einigung.

ÖVP fordert Generalsekretär

Wie zu hören war, beansprucht die ÖVP neben einem eigenen Generalsekretär ebenso den Posten des Kaufmännischen Direktors – Wunschkandidat ist Roland Weissmann, der zuletzt als Leiter der Programmwirtschaft tätig war, aber auch "Standard"-Geschäftsführer Wolfgang Bergmann, Andreas Nadler, Leiter der ORF-Finanzwirtschaft, sowie Ex-Post-Vorstand Herbert Götz waren Thema. Dafür waren ein konstruktiver Kurs in den ORF-Gremien als auch eine Erhöhung der Rundfunkgebühren im Gespräch. Dies lehnte die SPÖ jedoch ab.

Die Favoriten

FM4-Chefin Monika Eigensperger ist Favoriten für die Radiodirektion, Kathrin Zechner gilt als Fixstarterin als Programmdirektorin und als technischer Direktor wird Michael Götzhaber gehandelt. Für die Durchsetzung seiner Vorschläge, benötigt Wrabetz erneut die 18 Stiftungsräte, die ihn bei der vergangenen Wahl des Generaldirektors unterstützt hatten.

Neun Landesdirektoren

Heute werden neben den Fachbereichsdirektoren auch die neun Landesdirektoren gewählt. In Salzburg und im Burgenland sind hier Veränderungen zu erwarten. In Salzburg wird Roland Brunhofer auf Wunsch von ÖVP-Landeshauptmann Wilfried Haslauer seine Position verlassen. Im Burgenland soll Karlheinz Papst abgelöst werden – Wunschnachfolger der SPÖ soll Werner Herics sein. Wie die Wahlen tatsächlich ausgehen erfahren wir heute Nachmittag.

Update

Wie der „Standard“ berichtet, soll die ÖVP mit ihren Forderungen nicht durchgekommen sein. Noch im Spiel um den Posten des Finanzdirektors sollen Wolfgang Bergmann, Andreas Nadler und Herbert Götz sein. Laut „Standard“ meinte Erich Fenninger, SPÖ-Freundeskreissprecher, es gehe in schwierigen Zeiten um einen Fachmann statt politische Deals. Mit dem geplatzten Deal, darf Widerstand der bürgerlichen Stiftungsräte gegen eine geplante Gebührenerhöhung erwartet werden.
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