Großbritannien: Murdoch legt Pläne für Nachri...
 
Großbritannien

Murdoch legt Pläne für Nachrichtensender auf Eis

BumbleDee/stock.adobe.com
Die Zentral von Rupert Murdochs News Corp in New York.
Die Zentral von Rupert Murdochs News Corp in New York.

Start für neuen Murdoch-Sender werden vorerst nicht weiterverfolgt, Konkurrent GB News kurz vor Start.

Es sollte ein Angriff auf die Nachrichtendominanz der BBC in ihrem Heimatmarkt werden. Doch nun wurden die Pläne des australischen Medientycoons Rupert Murdoch für einen eigenen Nachrichtenkanal in Großbritannien auf Eis gelegt. Rebekah Brooks, Vorstandsvorsitzenden von News UK - dem britischen Ableger von Murdochs News Corps -, teilte laut Guardian den Mitarbeitern des Unternehmen mit, dass die Kosten, einen TV-Nachrichtenkanal zu starten zu hoch seien und wirtschaftlich keinen Sinn machen würden. Stattdessen wolle man Publikum mit Nachrichtenshows auf Streaming-Plattformen erreichen. "Wir müssen die richtigen Produkte für das digitale Zeitalter auf den Markt bringen", wird Brooks zitiert.


David Rhodes, ein erfahrener US-Nachrichtenmanager, der vergangenes Jahr für den Start eines neuen Nachrichtensender extra nach London gezogen ist, verlässt das Unternehmen im Juni.

60 Millionen für TV-Start

Trotz der Ankündigung können sich die Briten demnächst auf einen neuen Nachrichtenkanal freuen. Denn das Konkurrenzprodukt GB News, das vom britischen TV-Veteranen Andrew Neil geleitet wird, soll trotz hoher Kosten demnächst starten. Dafür hat man bereits zahlreiche Talente von anderen Sendern angeworden (der HORIZONT berichtete).
Ungefähr 60 Millionen Pfund (rund 70 Millionen Euro) hat man von Investoren wie Discovery, einen Investmentunternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Hedge-Fonds-Manager Paul Marshall, der vor allem durch seine pro-Brexit-Haltung bekannt wurde, eingesammelt, um den Start zu finanzieren.

Mehr als 100 Mitarbeiter sollen beim Start von GB News an Bord sein. Der Sender will die strengen Regeln der britischen Aufsichtsbehörde Ofcom bezüglich Unparteilichkeit neu interpretieren und zielt auf ein konservatives Publikum ab und will in Konkurrenz zur BBC treten, die sich zuletzt mit verstärkter Kritik aus dem konservativen Lager auseinandersetzen musste. Die Berichterstattung des Senders sei zu einseitig, zu links und zu elitär, so der Vorwurf.

stats