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Grinschgl über Mateschitz: "Eine Denkweise aus einem anderen Jahrhundert"

RTR-Chef Alfred Grinschgl über das Aus von Servus TV und die Begründung von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz.

Offiziell stellt Red Bull den Betrieb von Servus TV ein, weil der Sender wirtschaftlich nicht mehr tragbar ist. Zudem würde sich die Medienlandschaft schnell ändern: Digitale Angebote vertreiben laut dem Sender lineare Programme (HORIZONT berichtete). Die Einstellung des Senders hat aber auch damit zu tun, dass einige Mitarbeiter offenbar überlegten, einen Betriebsrat zu gründen. Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz selbst bestätigte das

Am Dienstag, kurz nach Bekanntwerden der Einstellung des Senders, äußerte sich auch RTR-Chef Alfred Grinschgl. Er nehme das Aus mit "Bestürzung zur Kenntnis". Servus TV sei ein privates Fernsehprogramm gewesen, das mit "inhaltlich und technisch hochwertigen Produktionen in erheblichem Maß zum public value auf unserem TV-Markt beigetragen hat". Die Einstellung des Programms sei ein erheblicher Verlust für die österreichische Medienlandschaft. Politiker und Gewerkschafter äußerten sich ähnlich.

Nachdem Mateschitz am Dienstagnachmittag allerdings gegenüber den "Salzburger Nachrichten" bestätigte, dass auch die Diskussionen rund um einen möglichen Betriebsrat das Aus von Servus TV herbeigeführt hätten, schüttelten viele Branchenbeobachter nur mit dem Kopf. Auch Alfred Grinschgl kann die Entscheidung nicht verstehen. In dem neuesten RTR-Newsletter schreibt er: "Einen Betriebsrat abzulehnen ist eine Denkweise, die in ein anderes Jahrhundert gehört."

Servus TV erhielt 1,68 Millionen Euro

Ein Medienunternehmen zu führen, so Grinschgl, habe zudem noch eine weitreichendere, gesellschaftspolitische Bedeutung und Verantwortung, "als die Produktion von Getränken". Im Rahmen der Möglichkeiten habe man auch Servus TV aus dem Privatrundfunkfonds unterstützt, so erhielt der Sender für das laufende Jahr etwa 1,68 Millionen Euro aus dem Fonds. Darunter waren 271.000 Euro für die Sendung "Talk im Hangar-7", 200.000 Euro für das Vorabend-Magazin "Servus Krone" und 823.000 Euro für die Nachrichtensendung "Servus Journal". Dass die Sendungen nicht nur durch diese Förderungen zu produzieren gewesen wären, also kostendeckend, sei klar, sagt Grinschgl. "Das unternehmerische Risiko kann ein Fonds dem Veranstalter nicht abnehmen."
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