Griechische Journalisten streiken
 

Griechische Journalisten streiken

Grund: Lohnkürzungen und Entlassungen - Für Mittwoch landesweiter 24-stündiger Generalstreik geplant

Die Journalisten in Griechenland haben am Montag gegen Lohnkürzungen und Entlassungen gestreikt. Redakteure, Techniker und andere Mitarbeiter von Zeitungshäusern und elektronischen Medien legten für einen Tag ihre Arbeit nieder, das Land blieb komplett ohne Nachrichten. In der Hauptstadt Athen gingen hunderte Streikende auf die Straße. Auf Spruchbändern und Transparenten forderten sie ein "Nein zur Abschaffung der Menschenwürde" und wandten sich gegen "mittelalterliche Methoden".

Der Vorsitzende der Redakteursvereinigung Esiea, Dimitri Trimis, kritisierte, die Medien erlebten "einen neuen Angriff auf die Rechte der Journalisten, was die Demokratie bedroht". Angestellte von Medienunternehmen berichteten auf der Demonstration, wer nicht Gehaltskürzungen von 25 Prozent akzeptiere, werde entlassen. Der Medienstreik folgte auf eine ganze Reihe von Arbeitsniederlegungen in einzelnen Branchen, die Auftakt für einen für Mittwoch geplanten landesweiten 24-stündigen Generalstreik sind.

Das hoch verschuldete Griechenland hatte sich im Gegenzug für Milliardenhilfen von Eurostaaten und Internationalem Währungsfonds (IWF) zu drastischen Kürzungsmaßnahmen verpflichtet. Vorrangig betroffen sind davon Staatsbedienstete, doch auch in der privaten Wirtschaft sinken die Löhne und steigt die Zahl der Entlassungen. Die griechische Wirtschaft ist aufgrund des Sparprogramms eingebrochen.

Die griechische Regierung diskutiert die Sparmaßnahmen derzeit mit der Gläubiger-Troika von Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF. Wann der ursprünglich für September erwartete Bericht der Troika über die Umsetzung der Maßnahmen durch Athen vorliegen wird, ist noch unklar. Athen fordert von Eurozone und IWF für die Umsetzung der Kürzungen nun einen Aufschub von zwei Jahren.

(APA/AFP)
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