Gratiswochenzeitung-Ring zieht sich zusammen
 

Gratiswochenzeitung-Ring zieht sich zusammen

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(c)Moser Holding
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Moser-Holding-CEO Hermann Petz im Horizont.at-Interview über seine Pläne mit der Styria in Hinblick auf die „Wiener Bezirkszeitung“.

Horizont.at: Herr Petz, so wie es aussieht, nimmt ihr österreichweiter Gratiswochenzeitungs-Ring konkrete Formen an. „Medianet“ schrieb letzten Freitag, sie würden binnen der  "Einreichfrist bis Mitte Juli" für die 74,9 Prozent an der "Wiener Bezirkszeitung" ein Angebot vorlegen. Wieso gibt es hierfür eine Frist? Laut Post existiert keine offizielle Ausschreibung.

Hermann Petz: Wir werden zum 15.Juli ein verbindliches Angebot legen. Mehr können und wollen wir dazu nicht sagen.

Horizont.at: Wissen Sie von anderen Mitbieter?

Petz: Darüber haben wir keine Auskünfte, gehen aber mit Sicherheit davon aus, dass es viele Interessenten gibt.

Horizont.at: Ist der Zuschlag für den Mehrheitsanteil allein eine Frage des Preises? Oder was könnte dem Zuschlag für Sie im Wege stehen?

Petz: Wir werden sicher ein attraktives Gesamtangebot legen. Es ist erfahrungsgemäß insgesamt mit entsprechender Gegenwehr bestehender Marktteilnehmer zu rechnen, obwohl diese andererseits keine weitere Zeitung brauchen würden.

Horizont.at: Ursprünglich wollten Sie Ihre „Lösung für Wien“ von der Zustimmung der Wettbewerbsbehörde für die Moser-Styria-Holding abhängig machen. Bis wann ist hier mit einer Entscheidung zu rechnen?

Petz: Es wäre unseriös hier eine Prognose abzugeben. Wir befinden uns in einem üblichen Verfahren und werden mit höchster Sorgfalt im Verfahren mitwirken, bis es abgeschlossen ist.

Horizont.at: Wie weit sind Ihre Alternativüberlegungen gediehen, in Wien eine neue Gratiswochenzeitung zu gründen, falls Sie die "Wiener Bezirkszeitung" nicht bekommen sollten?

Petz: Da gibt es noch keine konkreten Planungen - wir haben in den letzten Jahren sicher die intensivsten Expansionserfahrungen gesammelt und haben damit im Fall eine verkürzte Reaktionszeit.

Horizont.at: Sie sprachen einst von einer Kooperation mit dem Vorarlberger Medienhaus, um eine österreichweite Ringabdeckung gewähren zu können...

Petz: Wir machen immer einen Schritt nach dem anderen, also gibt es hier noch keine konkreten Ergebnisse.

Horizont.at: Welche Bedeutung hat der von Seiten der Mediaprint und aus Salzburg angekündigte Konkurrenzring für Sie?

Petz: Bei den Ankündigungen handelt es sich mit Sicherheit um den gleichen Konkurrenzring - Ing Cuturi hat ihn übrigens auch schon mehrfach angekündigt. Mastermind ist sicher die Mediaprint, die ja zu SN, OÖN, und NÖN beste Beziehungen unterhält. Wir wissen nicht, wie weit die Vorbereitungen gediehen sind, rechnen aber mit einem zeitnahen Start. Konkurrenz belebt das Geschäft. Ein solcher Konkurrenzring ist zu begrüßen - er belebt den Markt für nationale Schaltungen in Gratiswochenzeitungen.  

Horizont.at: Würde es bei einem nationalen Vermarktungsring nicht auch Sinn machen, die einzelnen Wochenzeitungsmarken zu vereinheitlichen? Das Begriffswirrwar "Bezirkszeitung, Bezirksblätter, Bezirksjournal" ist ja nicht unerheblich.

Petz: Nicht im ersten Schritt. Aber mittelfristig wird man Überlegungen in Richtung einer einheitlichen Marke anstellen.



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