"Good Vibrations" am 18. Radio Research Day
 

"Good Vibrations" am 18. Radio Research Day

Elisabeth Kessler
v.l.: Doris Ragetté, Manfred Spitzer, Silvia Wallner, Petra Hofstätter, Nils Kirchhoff, Margarita Mädel und Joachim Feher.
v.l.: Doris Ragetté, Manfred Spitzer, Silvia Wallner, Petra Hofstätter, Nils Kirchhoff, Margarita Mädel und Joachim Feher.

Als Keynote-Speaker fungierte der renommierte Neurowissenschaftler Manfred Spitzer, der die Schattenseiten und Gefahren der Digitalisierung vor allem in der Entwicklungsphase von Kindern und Jugendlichen aufzeigte.

Eröffnet wurde der 18. Radio Research Day vom neuen RMS-Geschäftsführer Joachim Feher, der die Gäste im Vortragssaal des Palais Niederösterreich begrüßte. "Sechs Millionen Österreicher hören täglich Radio - ein Nutzungspotential, von dem digitale Medien nur träumen können", betonte Feher den Stellenwert von Radio gleich zu Beginn. Und führte weiter aus: "Sogar in der jungen Zielgruppe der bis 29-Jährigen hat Radio einen fixen Platz im Tagesablauf, nutzen doch 70 Prozent dieser Zielgruppe täglich zumindest einen Radiosender, wobei alle sozialen Medien zusammen genommen lediglich von 60 Prozent der Jungen pro Tag genutzt werden."

Schattenseiten und Gefahren der Digitalisierung

Als Keynote-Speaker fungierte der renommierte Neurowissenschaftler Manfred Spitzer, der die Schattenseiten und Gefahren der Digitalisierung vor allem in der Entwicklungsphase von Kindern und Jugendlichen aufzeigte. Wenn Kinder mehr Zeit auf Facebook oder ähnlichen sozialen Netzwerken verbringen als mit realen sozialen Kontakten, dann würden die Teilhabe und die Empathie für Mitmenschen verkümmern, denn nur durch das Miteinander könne Mitgefühl für die Umwelt entwickelt werden. Auch würde Kindern die Nutzung von Tablets, iPads und Smartphones durch den hohen Blaulichtanteil des Bildschirmes schaden. Ein hoher Blaulichtanteil würde dem Gehirn signalisieren, dass es Tag ist, daher sei vor allem eine Bildschirmnutzung mit hohem Blaufarbanteil kurz vor dem Schlafengehen besonders schädlich. Spitzer räumte auch mit dem falschen Vergleich des menschlichen Gehirns mit einem Computer auf, denn die Speicherkapazität des menschlichen Gehirns sei umso größer, umso mehr schon "drin" ist. Wer zum Beispiel bereits fünf Sprachen spricht, würde eine weitere Sprache leichter erlernen als jener, der nur seine Muttersprache beherrscht, denn "unsere Festplatte ist nie voll, unser Gehirn hat unendlich viel Speicherplatz", so Spitzer.

Geräusche erzeugen und Geschichten erzählen

Foley Artist Nils Kirchhoff brachte dem Publikum näher, mit welchen alltäglichen Utensilien Geräusche für Film und Funk nachgemacht werden können. Das Pulver aus einer Knisterbad-Packung und ein paar Tropfen Wasser würden etwa das Geräusch von brutzelnden Spiegeleiern ergeben. Oder eine alte Fahrradkette langsam gedreht und schon ist man in Italien oder Griechenland auf Urlaub, wo die Grillen und Zikaden um die Wette schnarren. Kirchhoff gelang mit vielen weiteren Beispielen der Beweis, dass Geräusche verstärkt Emotionen wecken und Spannung erzeugen können.

Zwei Fallbeispiele

Petra Hofstätter, Leiterin der mediastrategen der media.at, und Silvia Wallner, Leitung Business Development & Forschung der media.at, zeigten anhand des Fallbeispiels für den Kunden "Wer liefert was", dass mit Radio nachweisbar auch eher schwer erreichbare Zielgruppen punktgenau angesprochen werden können und dass Radio somit auch für Kunden aus dem B2B-Bereich geeignet ist. Mit der Radio-Monokampagne konnten im Kampagnenzeitraum um 25 Prozent mehr Google Search-Anfragen der Website von "Wer liefert was" gemessen werden. Und mit 23 Prozent höherer Zugriffsrate direkt auf die Website von "Wer liefert was" konnte das vom Kunden gesteckte Ziel von zehn Prozent deutlich übertroffen werden.

Margarita Mädel, Brandmangerin OTC bei Takeda Pharma, und Doris Ragetté, Head of Research & Communication bei der RMS, zeigten mit dem Fallbeispiel für das Produkt "Sanostol", dass Radio als Lead-Medium auch im Bereich der Pharma-Branche mehr Abverkäufe generiert. Der Radiospot für "Sanostol" ist im Rahmen der "RMS Speed Challenge" entstanden, die als Ein-Tages-Workshop für junge Texter konzipiert ist und sich in erster Linie an Werbekunden, die noch nicht von einer Kreativagentur betreut werden, richtet. Der für "Sanostol" eingesetzte Spot konnte nachweislich den Verkauf von "Sanostol" aus Apotheken an Endkunden um über elf Prozent steigern.

Alle Handouts, Hörbeispiele und Filme zum Radio Research Day 2017 finden Sie hier.
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