Golpashin soll beim ORF bleiben
 

Golpashin soll beim ORF bleiben

Ab 1. Februar 2011 starten im ORF eine neue Doku-Soap und ein Magazin, - die von Puls4 entliehene Doris Golpashin soll bleiben.

Der ORF 1-Dienstagabend wird im kommenden Jahr ein neues Gesicht bekommen: Eine geplante Doku-Soap-Reihe und ein neues Magazin für junge Erwachsene werden am 1. Februar starten, wie Programmdirektor Wolfgang Lorenz am Donnerstag der APA sagte. Lorenz verteidigte dabei die Performance der Casting-Show "Helden von Morgen" . Die von Puls 4 ausgeborgte Moderatorin Doris Golpashin will er ganz im ORF behalten.

Für die Doku-Soap ist der Arbeitstitel "Der Laden läuft" geplant, sagte Lorenz. Konzept des Coachingformates ist die Begleitung von Jungunternehmern, die ihre Firmen aufbauen und dabei von einem Experten vor der Kamera mit Rat und Tat unterstützt werden. Zunächst werden die Startschwierigkeiten und -bemühungen gezeigt, anschließend werde "nachgeschaut, ob das auch funktioniert". Die Sendung werde sechs Mal laufen, anschließend bringt der ORF auf dem Programmplatz "Single mit Kind sucht", so Lorenz.

Das Magazin für junge Erwachsene wird ebenfalls am 1. Februar starten. Wer die Sendung moderieren soll, verriet der Programmdirektor noch nicht. Ausschließen wollte er jedenfalls nicht "Helden von Morgen"-Präsentatorin Golpashin. "Es gibt verschiedene Möglichkeiten, aber das könnte ein Hinweis sein. Dass wir Golpashin im ORF haben wollen, ist ohnehin ein offenes Geheimnis." Zu klären sei aber ihr nach wie vor aufrechter Vertrag mit Puls 4. "Offiziell ist sie nach 'Helden von Morgen' vier Monate an Puls gebunden." Das Finale der Casting-Show läuft am 28. Jänner. Lorenz strebt jedenfalls eine gute Lösung mit Puls 4-Chef Markus Breitenecker an, wie er sagte: "Ich möchte mich auf jeden Fall gütlich einigen."

"Helden von Morgen" funktioniere jedenfalls, betonte der ORF-Programmchef. So sei man in der Zielgruppe 12 bis 49 "zielgenau gelandet". Dass sich bei einem jungen Publikum der gesamte Seherkreis vermindere, sei normal und auch Teil des Konzepts. Auch dass man schon mehrere Acts mit Chart-Platzierungen hervorgebracht habe, sei respektabel. "Man kann sagen: 'Helden von Morgen' hat bereits 'Helden von Heute' hervorgebracht." Eine jüngere Sendung auf ORF 1 bedeute letztlich, dass man die Generation 50 Plus zu ORF 2 verschiebe.

Kritik übte Lorenz an den Umständen der Wiederkehr von Programmplaner Werner Taibon, der seinen seit Monaten angekündigten Rückzug überraschend Anfang der Woche wieder rückgängig gemacht hatte. Taibon begründete dies im "Standard" damit, dass ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz ihn gebeten habe, zu bleiben. "Wrabetz ist letzte Woche an mich herangetreten, ob ich doch bleiben kann. Montagabend haben wir uns geeinigt", so Taibon.

Lorenz stößt sich nun daran, dass der Nachfolger Taibons bereits "mit einem Zettel in der Hand bestellt wurde. Und am nächsten Tag nimmt man ihm diesen wieder weg und sagt: 'Irrtum'." Dies habe ihn "in hohem Maße irritiert", erklärte Lorenz der APA. "In einem normalen Management wären solche Vorgänge wohl nicht möglich". Das Hin und Her Taibons kritisierte der Programmdirektor heftig: Der "Vorgang als solcher ist wohl eher für Psychologen als für Manager interessant". Einer gedeihlichen Zusammenarbeit, die auch bisher funktioniert habe, stehe damit jedoch nichts im Wege, sagte Lorenz.

(Quelle: APA)
Mehr zum Thema
stats