"GMÖ" und "Café Puls" teilen sich die Marktfü...
 

"GMÖ" und "Café Puls" teilen sich die Marktführerschaft

ORF/Roman Zach-Kiesling
"Guten Morgen Österreich" hat die Quoten von ORF 2 in der Früh vervielfacht - die meisten Zuschauer sind sehr alt.
"Guten Morgen Österreich" hat die Quoten von ORF 2 in der Früh vervielfacht - die meisten Zuschauer sind sehr alt.

Der öffentlich-rechtliche Sender liegt beim Gesamtpublikum vorn, "Café Puls" bei den Jungen. HORIZONT mit den wichtigsten Marktanteilen und den Daten zur Alters- und Geschlechtsstruktur der Zuschauer.

Diesen Artikel lesen Sie auch in der HORIZONT-Printausgabe 22/2016 vom 3. Juni. Hier geht's zum Abo

Ziel erreicht. So oder so ähnlich könnte das Zwischenfazit der neuen ORF-Frühschiene lauten. Bereits im November 2015, mehr als vier Monate vor dem Start, kündigte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz im HORIZONT-Interview an, dass man mit „Guten Morgen Österreich“ das Frühpublikum zurück zum ORF holen wolle. Nichts weniger als die Marktführerschaft, die man zwischenzeitlich an „Café Puls“ abgegeben hatte, wollte man wiederhaben. 


Wer das Fernsehgeschäft kennt, weiß: Das war aus damaliger Sicht ein mutiges Ziel. TV-Zuschauer lassen sich nur schwer umgewöhnen und zu einem neuen regelmäßigen Programm lotsen. Zumal am Anfang bei einem neuen Format noch nicht alles rund läuft und immer an kleineren Stellschrauben gedreht wird. 


Wieder Marktführer


Ein wichtiges Ziel hat der ORF acht Wochen nach dem Start geschafft: Dank „Guten Morgen Österreich“ ist der Sender wieder Marktführer in der Frühzone. Zwischen dem 29. März, hier startete das Format, und dem 20. Mai erreichte ORF 2 in der Zeit zwischen 6 und 9 Uhr 26,5 Prozent Marktanteil. Der durchschnittliche Marktanteil des Senders liegt bei knapp über 20 Prozent. In der gleichen Zeitzone reichte es im vergangenen Jahr sogar nur zu 11,0 Prozent. „Guten Morgen Österreich“ hat die Quoten innerhalb kürzester Zeit also deutlich nach oben geschraubt.

„Café Puls“ erreichte im gleichen Zeitraum 15,1 Prozent Marktanteil und musste damit leichte Einbußen hinnehmen. Doch auch hier kann man zufrieden sein: Die Sendung, die ja bekanntlich sowohl bei PULS 4, ProSieben Austria und Sat.1 Österreich gezeigt wird, erreicht noch immer gute Werte. Die meisten Zuschauer entfallen übrigens auf PULS 4, das von den 15,1 insgesamt 8,2 Prozent Marktanteil – also etwas mehr als die Hälfte – generiert. 


Bei den Jungen ist ‚Café Puls‘ vorn


Ein etwas anderes Bild zeigt sich bei den jungen Zuschauern, die zwischen zwölf und 49 Jahre alt sind. Hier liegt „Café Puls“ weiterhin vor „Guten Morgen Österreich“, der Abstand ist aber geschmolzen. „Café Puls“ erreichte seit dem Start des neuen ORF-Formats bis zum 20. Mai im Schnitt 20,2 Prozent, „Guten Morgen Österreich“ kommt auf einen Prozentpunkt weniger. Und während der ORF seine Werte im Vergleich zu 2015 damit mehr als vervierfachen konnte, musste „Café Puls“ auch hier einen leichten Verlust hinnehmen. Beide Formate liegen praktisch auf Augenhöhe.

ServusTV spielt mit seinem Format „Servus am Morgen“ nur eine untergeordnete Rolle im Match am Morgen (siehe Grafik oben in der Bildergalerie). Einzige Auffälligkeit: Trotz der gestiegenen Konkurrenz durch den ORF ist der Marktanteil bei den 12- bis 49-Jährigen zuletzt vergleichsweise deutlich angestiegen. 


Unterschiede bei Geschlechtern


Interessant gestaltet sich ein Blick auf die detaillierten Zuschauerdaten: Während bei „Guten Morgen Österreich“ die Zuschauer, die älter als 70 Jahre sind, die größte Sehergruppe bilden, sind es bei „Café Puls“ die Zuschauer zwischen 50 und 59 Jahren. Das Format der ProSiebenSat.1-PULS 4-Gruppe ist in der Altersstruktur jünger als das ORF-Pendant. „Servus am Morgen“ hat sowohl viele junge als auch und ältere Zuschauer (siehe Grafik oben in der Bildergalerie). 


Beim Blick auf die Geschlechterverteilung fällt auf: „Café Puls“ und „Servus am Morgen“ werden eher von weiblichen Zuschauern gesehen, beim ORF ist das Verhältnis deutlich ausgeglichener, doch auch hier überwiegen die Frauen. 


ORF zufrieden, PULS 4 auch


Zuletzt zeigte man sich sowohl auf privater als auch auf öffentlich-rechtlicher Seite zufrieden mit dem Abschneiden der jeweiligen Sendungen. Wrabetz spricht von einem „sehr schönen Wert für eine Startphase“. Zu den Kosten, heuer zahlt der ORF für die Produktion des Formats zehn Millionen Euro, sagte Wrabetz gegenüber dem Standard: „Das Hinausgehen zu den Menschen ist als große Marketing­aktion des ORF gut investiert.“ Zuletzt wurden die hohen Kosten von einigen Publikumsräten kritisiert


PULS 4-Senderchef Johannes Kampel verwies zuletzt auf die starken Werte bei den jungen Zuschauern und die Tatsache, dass man hier noch immer Marktführer sei. Im Mai sei man zudem deutlich vorne gelegen: „Wir hatten zuletzt keine Tagesquote mehr, wo wir hinten nach waren“, so Kampel gegenüber der APA.
"Guten Morgen Österreich" hat die Quoten von ORF 2 in der Früh vervielfacht - die meisten Zuschauer sind sehr alt.
Manstein Verlag
"Guten Morgen Österreich" hat die Quoten von ORF 2 in der Früh vervielfacht - die meisten Zuschauer sind sehr alt.
"Guten Morgen Österreich" hat die Quoten von ORF 2 in der Früh vervielfacht - die meisten Zuschauer sind sehr alt.
Manstein Verlag
"Guten Morgen Österreich" hat die Quoten von ORF 2 in der Früh vervielfacht - die meisten Zuschauer sind sehr alt.
stats