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GfK prüft rechtliche Schritte gegen Kronehit-Chef Ernst Swoboda

Die GfK will sich die "Spekulationen und Anschuldigungen" von Swoboda nicht gefallen lassen.

Öffentlicher Schlagabtausch in der Causa Radiotest: Am Freitag sagte Kronehit-Chef Ernst Swoboda, der seit Donnerstag auch neuer VÖP-Präsident ist, dass man aufgrund der falschen Radiotest-Zahlen Schadenersatzforderungen gegen die GfK prüfe. Zudem sagte er: "Ich schätze das Volumen wird irgendwo bei 15 bis 20 Millionen sein, um das die Privatsender geschnalzen worden sind, und die der ORF zu viel bekommen hat." Dafür wurde er bereits vom ORF offen kritisiert. Dort sprach man von "Entgleisung" und "Skandalisierung". 

Jetzt hat sich auch die GfK zu Wort gemeldet und erklärt, dass man aufgrund der Äußerungen von Swoboda nun rechtliche Schritte gegen ihn prüfe. Die "Spekulationen und Anschuldigungen" des neuen VÖP-Präsidenten seien der "angestrebten sachorientierten Aufklärung der Vorfälle nicht hilfreich". Nachdem die Manipulationen der Daten bekannt wurde, sagte Swoboda gegenüber HORIZONT: "Da wurde innerhalb der GfK absichtlich gedreht." Gleichzeitig machte er deutlich, dass es keine Hinweise auf eine Intervention von außen gebe. Die von ihm geschätzte Schadenshöhe bezeichnet die GfK nun als "unseriös". 

Darüber hinaus arbeite man weiterhin an einer Aufklärung des Falls. Dazu habe man nun mit der Arbeitsgemeinschaft Radiotest ein gemeinsames Revisionskomitee eingerichtet, darauf verständigten sich beide Seiten bei einem Treffen am Freitag in Wien.  Aufgabe dieses Komitees wird es sein, die von der GfK vorgenommenen "Glättungen" der Radiotest-Daten detailliert aufzuarbeiten. Zudem soll das Komitee dabei helfen, sich auf ein "einvernehmliches, methodisches Vorgehen zu einigen, bei dem methodische Weiterentwicklungen auf wissenschaftlich korrekter Basis sowie in transparenter Abstimmung mit allen Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Radiotest vorgenommen werden."

"Wir ergreifen alle erforderlichen Maßnahmen"

"Die Fehler bei der Erhebung und Berechnung der Radiotest-Daten sowie die entstandene Unsicherheit im österreichischen Radiomarkt bedauern wir sehr. Seitdem wir die Fehler in den Daten selbst bekannt gemacht haben, standen wir in sehr engem Austausch mit unseren Kunden. Wir haben uns bei ihnen entschuldigt und die Aufklärung der Vorfälle weiter intensiv vorangetrieben. Wir ergreifen alle erforderlichen Maßnahmen, damit ähnliche Fehler zukünftig nicht passieren", sagt Thomas Bachl, Geschäftsführer von GfK Austria. Der zweite Geschäftsführer Alexander Zeh trat nach Bekanntwerden der Vorwürfe zurück (HORIZONT berichtete). 

Keine Anhaltspunkte für eine Einflussnahme von ORF oder Privatsendern

Die bisherigen Untersuchungen seitens der GfK hätten ergeben, dass "weder eine grundsätzliche Bevorzugung noch grundsätzliche Benachteiligung spezifischer Sender bewusst vorgenommen worden ist". Für eine Einflussnahme der Ergebnisse durch den ORF oder private Sender gebe es ebenfalls keine Anhaltspunkte. 

Für die Erhebungen des laufenden Jahres wird auf Wunsch der Auftraggeber des Radiotests nun ein externer Auditor eingebunden. Die GfK teilt dazu mit: "Die GfK ist hierfür, wie bereits mitgeteilt, offen und wird die erforderlichen Unterlagen und Daten für dieses Audit zur Verfügung stellen."
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