GfK Entertainment-Studie: Internationale Buch...
 
GfK Entertainment-Studie

Internationale Buchmärkte trotzen Corona mit Zuwächsen

GfK Entertainment GmbH

Die internationalen Buchmärkte verzeichneten im ersten Halbjahr 2021 ein deutliches Umsatzplus, sowohl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum als auch zu den ersten sechs Monaten 2019, als noch keine Lockdowns galten.

Dies ergab eine Sonderauswertung von GfK Entertainment. Wie die neun Länder umfassende Studie zeigt, konnten die Erlöse binnen eines Jahres teilweise um über ein Drittel gesteigert werden, so beispielsweise in Brasilien (plus 33,4 Prozent) und Spanien (plus 38,3 Prozent). Im Zweijahresvergleich lag das Wachstum hier jeweils immer noch bei 16,3 beziehungsweise 12,8 Prozent. In Italien betrugen die Zuwächse zu 2020 rund 36,8 Prozent, in Frankreich sogar 43,4 Prozent. Das Umsatzplus im ersten Halbjahr 2021 ging fast durchweg mit gestiegenen Durchschnittspreisen einher.

Etwas flacher verlief die 2021er-Umsatzkurve bislang in den Niederlanden (plus 4,3 Prozent). Auch in Deutschland war der Trend im Vergleich zur ersten Hälfte 2020 positiv-einstellig (plus 4,1 Prozent), im Vergleich zu 2019 allerdings um 4,9 Prozent rückläufig. Der Schweizer Buchmarkt beendete die ersten sechs Monate mit einem Plus von 11,1 Prozent, während Portugal sowie die belgischen Regionen Flandern und Wallonien jeweils Anstiege von 18,9 bzw. 16,8 und 33,8 Prozent meldeten.

In den meisten analysierten Ländern konnten Sachbücher und Ratgeber noch stärker zulegen als das Fiction-Segment. Auch Kochbücher, Lebens- und Finanzratgeber sowie Feminismus-Titel wurden häufig nachgefragt. Comics, darunter insbesondere Mangas, waren in Frankreich, Italien und Spanien die Warengruppe mit dem größten Wachstum. Der Einfluss von Serienhits wie "Bridgerton" oder "Lupin" verhalfen den Büchern von Julia Quinn und Maurice Leblanc zum Beispiel in Belgien, Frankreich, Italien und Spanien zu verstärkter Aufmerksamkeit. Die ebenfalls auf Netflix erschienene Miniserie "Das Damengambit" führte in Italien zu einem Run auf Spiele- und Schach-Handbücher.

Der Absatzweg E-Book, der gesondert betrachtet wurde, konnte an die positive Entwicklung aus dem Vorjahr vielerorts nicht mehr anknüpfen. Während digitale Bücher im Gesamtjahr 2020 beispielsweise in Flandern (plus 16,5 Prozent) und den Niederlanden (plus 12,7 Prozent) noch schwarze Zahlen geschrieben hatten, waren die Werte dort im ersten Halbjahr um 3,6 beziehungsweise 5,3 Prozent rückläufig. Auch die Schweiz und Spanien vermeldeten ein Minus, wohingegen der E-Book-Trend in Deutschland (plus 9,6 Prozent) weiter anhält.
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