Gezinkte Rechnungen bei KIKA
 

Gezinkte Rechnungen bei KIKA

Vier Millionen soll der zweite Mann beim Kinderkanal auf die Seite gebracht haben.

Der Kinderkanal KIKA steht vor einem der größten Betrugsfälle in der Geschichte des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Der zweite Mann  des Senders, Herstellungsleiter Mario K., sitzt in Untersuchungshaft. Der Vorwurf: Er woll mit fingierten Rechnungen etwa vier Millionen Euro in den vergangenen Jahren auf die SEite gebracht haben. "Ein Leck im System", wie Gerd Schuchardt, Verwaltungs vorsitzender des MDR feststellt. Das Kontrollsystem hat versagt. Der Vertreter des KIKA-Chefs hätte zwar ohne Erlaubnis des Vorgesetzten Aufträge in Höhe von bis zu 500.000 Euro vergeben dürfen, machte davon aber keinen Gebrauch, sondern stückelte die Summen in unauffällige 10.000er-Beträge. Die Aufträge ließ er einem Berliner Komplizen zukommen, der jetzt jedoch mittels Selbstanzeige die Sache auffliegen ließ. 

Bereits 2008 warnte ein Revisionsbericht des ZDF bereits vor dem Zustand, dass Bestellungen und Abrechnungen personell nicht ausreichend getrennt seien. Auch PwC empfahl seiner Zeit, Programmverantwortliche von den Mitarbeitern zu trennen, die für den Einkauf zuständig sind.

Jetzt wird jeder Stein umgedreht, die Höhe der betrügerischen Machenschaften festgestellt und geprüft, ob noch weitere Partnerfirmen an dem Betrug beteiligt gewesen sind.
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