Gewinnsprung für ProSieben
 

Gewinnsprung für ProSieben

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Thomas Ebeling, CEO von ProSiebenSat.1, freut sich über die Quartalsergebnisse.©Reuters/Michaela Rehle
Thomas Ebeling, CEO von ProSiebenSat.1, freut sich über die Quartalsergebnisse.©Reuters/Michaela Rehle

Die TV-Senderkette ProSiebenSat.1 profitiert vom anziehenden Werbemarkt.

Im zweiten Quartal 2010 konnte die TV-Senderkette ProSiebenSat.1 den Gewinn deutlich steigern. Der Überschuss kletterte - trotz hoher Sonderlasten durch Trennung vom Nachrichtensender n24 - um 64 Prozent auf 74,5 Millionen Euro. "Höhere Umsatzerlöse in allen Segmenten bei nahezu konstanten operativen Kosten führten zu diesem deutlichen Ergebniswachstum", teilte der Konzern am Montag in München mit. Der Umsatz zog knapp zehn Prozent auf 760,6 Millionen Euro an.

Konzernchef Thomas Ebeling hatte die Aktionäre zuletzt bereits auf ein gutes Quartal eingestellt und von mehr Werbebuchungen als vor Jahresfrist gesprochen. In der Wirtschaftskrise hatten TV-Konzerne wie ProSiebenSat.1 und RTL Werbeblöcke nur schwer zu guten Preisen absetzen können. Nun entspannt sich die Lage parallel zur kräftigen Erholung der Wirtschaft in Deutschland und anderen Ländern.

An der Börse kam die vorläufige Quartalsbilanz gut an: ProSieben-Papiere verteuerten sich um knapp sieben Prozent auf 13,24 Euro und waren damit größter Gewinner im MDax. Der Konzern sprach selbst davon, die Markterwartungen mit den Zahlen übertroffen zu haben. Weitere Details sollen am 5. August veröffentlicht werden.

In dem Quartalsergebnis sind alle Kosten für die Trennung von der defizitären Tochter n24 enthalten - zuletzt war hier von einmaligen Aufwendungen in Höhe von 41 Millionen Euro sowie Abschreibungen von zwölf Millionen die Rede. Der Sender, bei dem nun harte Einschnitte erwartet werden, ging an den Geschäftsführer Torsten Rossmann und den früheren "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust (HORIZONT online berichtete). ProSiebenSat.1 wird aber langfristig mit Nachrichten beliefert und spart durch den Verkauf ab 2011 mehr als 25 Millionen Euro pro Jahr.

Eines der größten Probleme der Senderkette, zu der auch Kabel 1 gehört, bleibt der gigantische Schuldenberg. Ende Juni betrug er noch 3,27 Milliarden Euro und lag damit 152 Millionen unter dem Vorjahresniveau. Um auf ein normales Niveau zu kommen, müssten aber Unternehmensteile veräußert werden, schrieben die Analysten der DZ Bank in einer Kurzstudie.

Dank der Erholung des Werbemarktes hatte in der vergangenen Woche auch der Medienkonzern Axel Springer einen Gewinnsprung gemeldet und seine Jahresprognose erhöht. Der "Bild"-Herausgeber hält es für möglich, beim Betriebsgewinn (Ebitda) im Gesamtjahr den Rekordwert von 2008 erreichen zu können. Damals hatte Springer 486,2 Millionen Euro verdient. Auch beim Umsatz soll es klar nach oben gehen.

(Quelle: Reuters)
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