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Gewerkschaft: Prinovis-Druckerei in Itzehoe vor dem Aus

Mehr als 1.000 Beschäftigte betroffen

Die Krise in der deutschen Tiefdruckindustrie fordert ein neues Opfer. Das Druckunternehmen Prinovis will seine Druckerei am Standort Itzehoe mit mehr als 1.000 Beschäftigten schließen. Die Gewerkschaft Verdi bestätigte am Dienstagabend eine Meldung des "Schleswig-Holstein-Magazins" im NDR Fernsehen. Bei einer Betriebsversammlung am Mittwoch in Itzehoe werde Prinovis die Einstellung des Druckbetriebs im Sommer 2014 ankündigen, sagte der zuständige Verdi-Fachbereichsleiter Martin Dieckmann. Prinovis selbst äußerte sich nicht dazu.

An dem norddeutschen Druckstandort arbeiten laut Verdi rund 700 fest angestellte Mitarbeiter sowie 400 Leiharbeiter. Die Traditionsdruckerei ist einer der größten Arbeitgeber im Kreis Steinburg. "Noch nie ist in Deutschland eine so große Druckerei an einem solchen Standort geschlossen worden", sagte Dieckmann. Die Beschäftigten hätten keine beruflichen Alternativen.

Im Itzehoer Prinovis-Werk werden Kataloge und große Zeitschriften wie "Stern" und "Spiegel" im Tiefdruckverfahren hergestellt. Tiefdruckereien stehen in Deutschland wegen Überkapazitäten sowie rückläufiger Auflagen bei Magazinen und Katalogen unter starkem Ertragsdruck.

An Prinovis hält Bertelsmann 74,9 Prozent der Anteile, die Axel Springer AG 25,1 Prozent. Weitere Druckereien des Konzerns arbeiten in Ahrensburg, Dresden, Nürnberg und dem britischen Liverpool. "Itzehoe soll nun das Opfer sein, damit die anderen Standorte eine Perspektive haben", sagte Dieckmann. "Aber das wird nicht klappen, es geht weiter." Die Gewerkschaft fordere seit Jahren ein integriertes Konzept für die Entwicklung der Drucksparte bei Bertelsmann. Stattdessen konkurrierten die Tiefdruck- und die Offsetdruckereien des Konzerns. "Das ist eine fatale Struktur bei Bertelsmann."

(APA/dpa)
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