Gespräche über Schweizer Agentur sda gescheit...
 

Gespräche über Schweizer Agentur sda gescheitert

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Die Leitung der Schweizer Nachrichtenagentur will den Stellenabbau wie geplant durchziehen.
Die Leitung der Schweizer Nachrichtenagentur will den Stellenabbau wie geplant durchziehen.

Keine Einigung haben die Gespräche zwischen der Leitung der Schweizer Nachrichtenagentur sda und den Belegschaftsvertretern gebracht. Der sda-Verwaltungsrat hält an den Plänen zum Stellenabbau unverändert fest.

Nach vier Gesprächsrunden war es mit dem Verwaltungsrat der Schweizerischen Depeschenagentur die Eigentümerseite, die die Verhandlungen am Montagabend für gescheitert erklärt hatte. Man habe unverändert "unterschiedlichen Vorstellungen" darüber, wie der Sozialplan zum Abbau von gut einem Viertel der Vollzeitstellen aussehen solle, hieß es seitens der Leitung der sda, die die Aktionäre/Verleger vertritt.

Der sda-Verwaltungsrat hatte den Arbeitskonflikt bereits letzte Woche vor die Einigungsstelle des Schweizerischen Wirtschaftsstaatssekretariates gebracht. Diese Schlichtungsstelle kann in Arbeitskonflikten in der Schweiz hoheitlich entscheiden. Kernpunkt war dabei, dass die sda-Leitung nicht - wie es die Belegschaftsvertreter gefordert hatten - mit den Kündigungen bis zu einer Einigung über den Sozialplan zuwarten wollten.

Schummelei bei Sozialplan?

Der Topf des Sozialplans wurde laut der Unternehmensleitung zuletzt auf 2,5 Millionen Franken (2,17 Mio. Euro) aufgestockt und mit einem Härtefallfonds versehen, der mit weiteren 100.000 Franken dotiert sein soll. Die Belegschaft hingegen erklärte, die Unternehmensleitung wolle damit vor allem jene Summen bezahlen, zu denen sie aus arbeitnehmerschutzrechtlichen Vorschriften gesetzlich ohnehin verpflichtet sei und lehnte den Vorschlag dementsprechend ab.

Die Belegschaftsvertretung fordert nun, dass die Kündigungen bis zu einem Urteil der staatlichen Schlichtungsselle ausgesetzt bleiben: Es habe wenig Sinn, das Wirtschaftsstaatssekretariat anzurufen und zugleich vor vollendete Tatsachen zu stellen, wurde in einer Aussendung der Schweizer Journalistengewerkschaft syndicom unterstrichen. Offen blieb vorerst, ob die Belegschaft nun den - während der Verhandlungen ausgesetzten - Streik wieder aufnimmt.

Fünf Kernforderungen

Weiterhin beharren die Belegschaftsvertreter auf den bisher genannten fünf Forderungen: der Reduktion der Abbaumaßnahmen, aufbauend auf einer gemeinsam entwickelten redaktionellen Strategie; der Aussetzung aller Kündigungen und Abbaumassnahmen bis zum Vorliegen dieser Strategie; einem Sozialplan mit Berücksichtigung vor allem der Lage älterer gekündigter Mitarbeiter; einem Bekenntnis zum öffentlichen Informationsauftrag der sda sowie die Deckung des sda-Defizits, "das durch den Preisdruck der Verlage (und Eigentümer der SDA) verursacht worden war", aus den 16 Millionen Franken schweren Reserven der Agentur.

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