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GEN-Summit: "Demokratie braucht innovativen Journalismus"

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"From Post-Truth To Virtual Reality: Navigating Media's Future" lautet das Motto des GEN-Summit, der von 21. bis 23. Juni stattfinden und sich um Disruption, Innovation und Kooperation drehen wird.
"From Post-Truth To Virtual Reality: Navigating Media's Future" lautet das Motto des GEN-Summit, der von 21. bis 23. Juni stattfinden und sich um Disruption, Innovation und Kooperation drehen wird.

Bereits zum zweiten Mal werden mehr als 750 internationale Chefredakteure und Medienexperten aus 80 Ländern in Wien zusammenkommen.

Eine der wichtigsten internationalen Konferenzen für Medieninnovation, der GEN-Summit, kommt dieses Jahr bereits zum zweiten Mal nach Wien. "From Post-Truth To Virtual Reality: Navigating Media's Future" lautet das Motto des GEN-Summit, der von 21. bis 23. Juni stattfinden und sich um Disruption, Innovation und Kooperation drehen wird. In Zeiten von Leaks, Algorithmen und Echokammern braucht die Demokratie innovativen Journalismus, so das Plädoyer des Kongresses.

Mehr als 750 internationale Chefredakteure und Medienexperten aus 80 Ländern werden wieder in der Aula der Wissenschaften zusammenkommen. Am Podium werden neben Journalisten von internationalen Medien, wie der "Washington Post", auch Vertreter des sozialen Netzwerks Facebook und dem Nachrichtenportal Buzzfeed sprechen: Die diesjährigen Keynote-Speaker sind Martin Baron (Executive, The Washington Post), Campell Brown (Head of New Partnerships, Facebook), Ben Smith (Editor-in Chief, Buzzfeed) und Amy Webb (Founder, Future Today Institute).

Desinformation und Falschnachrichten

"Es sind bedrohliche Zeiten für uns Journalisten", berichtete GEN-Präsident Peter Bale Freitagmittag bei einer Pressekonferenz. Als eine der größten Bedrohungen identifizierte Bale die gezielte Desinformation und Falschnachrichten. Aber auch die Marktmacht von Google und Facebook, die laut Bale zu den größten Medienverlagen zählen und einen Großteil der Werbeeinnahmen abziehen, würden den Journalismus bedrohen. Trotz dieser Bedrohungen will der GEN-Summit einen hoffnungsvollen Blick auf die Branche werfen, betonte Bale. Innovation im Journalismus werde als Instrument für die Demokratie verstanden.

Cecile Prieur, Digitalchefin der französischen Zeitung "Le Monde" und Mitglied des GEN-Boards, beschrieb eines der Kernprobleme der Medienkonsumenten: die fehlende Medienkompetenz. In der Berichterstattung zur französischen Präsidentenwahl hat die Online-Ausgabe von "Le Monde" neben Informationen, Hintergründen und der Interaktion mit der Zielgruppe, auch Medienkonsumenten die Möglichkeit gegeben, falsche Informationen über die Wahl selbst zu identifizieren. Etwa mit einem Programm namens Decodex, das ermittelt, welche Webseiten im Netz vertrauenswürdig sind, oder über Erklärvideos, die den Medienkonsumenten zeigen, wie sie die Echtheit und Herkunft eines Bildes überprüfen können.

Förderung von Start-ups

"Wien zählt seit vielen Jahren zu den Medienstädten Europas. Die Anwesenheit so vieler Medienprofis ist eine Auszeichnung für unsere Stadt", sagte Sigrid Oblak, Direktorin der Wien-Holding. Ziel der Konferenz sei es auch "junge und innovative Unternehmen aus der Branche in der Stadt zu halten und in die Stadt zu locken", so Oblak. Auf dem Kongress sollen auch gezielt Start-ups gefördert werden und darum erhalten auch in diesem Jahr wieder fünf junge und innovative Wiener Start-ups die Möglichkeit, ihre Ideen der internationalen Medienszene zu präsentieren. Hinter dieser Initiative steht die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien. "Wir präsentieren dem internationalen Publikum die Stadt und unsere Branche durch die Gesichter innovativer Start-ups", sagte Konrad Maric, Obmann-Stellvertreter der Fachgruppe. Im Vorjahr sei es heimischen Start-ups dadurch gelungen, internationale Aufträge an Land zu ziehen. "Man braucht nicht unbedingt nach Kaliforinien schauen, es gibt auch hier sehr viel Neues", so Maric.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Daniela Kraus, Geschäftsführerin des fjum_forum journalismus und medien wien.
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