Gegensätzliche Printkonzepte
 

Gegensätzliche Printkonzepte

Der Printgipfel der 11. Österreichischen Medientage beleuchtete vielfältige, gegensätzliche Handlungsansätze nach der Medienkrise.

"Das Werbewachstum und die Medienentwicklung waren in Österreich immer durch Innovationsschübe begründet", meint Mag. Helmuth Fellner, Fellner Media AG, im Rahmen des Medientage-Printgipfels "Neue Konzepte – wohin geht der Trend?" unter der Moderation von Manstein Verlag-Herausgeberin und Geschäftsführerin Mag. Dagmar Lang. Während Österreich in der Außenwerbung und im Magazinsegment zu den innovativsten Märkten zähle, fehlt bei Fernsehen und Tageszeitungen laut Fellner die nötige Innovationskraft. Eine neue Chance sieht Fellner in einem Zusammenspiel des Mediums Tageszeitung mit dem Internet: "Die Zeitung kann am Folgetag Hintergrundinformationen liefern und wird so zu einem Orientierungsmedium."

Geteilter Meinung sind die Diskutanten über die künftige Entwicklung des Leseverhaltens und deren Auswirkungen. "An das Ende der Lesekultur zu glauben ist falscher Alarm. Die Babyboom-Generation ist viel gebildeter als frühere Generationen", ist Fellner überzeugt. Widerspruch äußert Peter Stefan Herbst, Chefredakteur der Lausitzer Rundschau: "Es gibt zum Teil dramatische Rückgänge bei jungen Lesern. Die Zukunft der deutschen Medienhäuser wird sich daran entscheiden, ob es gelingt, junge Menschen am unteren Ende der Skala zum Lesen zu bringen, damit sie später auch zu anderen Produkten greifen." Für eine "falsche Therapie" hält das Rudi Klausnitzer, Vorstandsvorsitzender der Verlagsgruppe News. "Warum sollte jemand, der es gewöhnt ist, Informationen gratis zu beziehen, plötzlich umsteigen?", so Klausnitzer. Cicero-Chefredakteur Dr. Wolfram Weimer glaubt ohnehin nicht an eine langfristige Zunahme der Gratismedien: "Davon wird es in Zukunft eher weniger als mehr geben."

Die Bildergallerie zu den Medientagen gibt es unter pixxl.at im Internet.

(jm)

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