Gegen Ausweitung der ORF-Werbezeit
 

Gegen Ausweitung der ORF-Werbezeit

Der VÖP ist der Meinung, dass die Werbemöglichkeiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eher reduziert als angehoben werden sollten.

Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) stellt sich gegen die Forderung der ORF-Enterprise, wonach die tägliche Werbezeit im ORF-TV ausgeweitet werden soll. Der ORF-Enterprise-CEO Franz Prenner erklärte in einem Interview, das im aktuellen HORIZONT 38/2011 erschien, dass man die Werbezeit für das neue ORF-Frühstücksfernsehen anheben wolle. Klaus Schweighofer, VÖP-Vorsitzender und Vorstand der Styria Media Group, bezeichnet dies als „völlige Weltfremdheit“.

Schweighofer stellt klar: „In fast allen europäischen Ländern werden die Werbemöglichkeiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks reduziert, in manchen Ländern wird Werbung hier sogar gänzlich verboten. Die Werbefinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist in Europa ganz klar ein Auslaufmodell.“

ORF-Werbezeit-Ausweitung würde Rundfunkmarkt gefährden

Corinna Drumm, VÖP-Geschäftsführerin, ergänzt Schweighofers Kommentar: „Wenn der ORF ein neues öffentlich-rechtliches Angebot machen möchte, so hat er dies aus den 600 Millionen Euro Rundfunkgebühren zu finanzieren, die ihm hierfür zur Verfügung stehen.“ Zusätzliche Vermarktungsmöglichkeiten für den ORF seien den anderen Marktteilnehmern nicht mehr zumutbar. Noch mehr Werbezeit für den ORF würde den österreichischen Rundfunkmarkt gefährden und eine noch stärkere Wettbewerbsverzerrung nach sich ziehen.

Drumm sieht dies als einen Frontalangriff auf die privaten TV-Sender: „Wir können und werden dies nicht akzeptieren." Für den VÖP sei die geforderte Werbezeitausweitung absolut undenkbar. Der Verband vertrete die gegenteilige Meinung, dass die Werbemöglichkeiten des ORF schrittweise reduziert werden sollten, um die Fokussierung auf seinen Kernauftrag zu fördern.

"Sollte die Politik diesen völlig utopischen Wünschen des ORF Folge leisten wollen, so muss sie mit heftigem Widerstand von unserer Seite rechnen", so Drumm abschließend.
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