Gefälschte "New York Times"
 

Gefälschte "New York Times"

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Gestern wurde ein perfektes Immitat der Renomeezeitung in einer Auflage von 1,2 Millionen Stück verteilt.

Wer gestern eine nur 14-Seiten dicke "New York Times", datiert auf den 4. Juli 2009, in der Hand hielt, bekam einen seltsamen Blick auf unsere Welt. Denn darin wurde unter anderem vom Ende des Irak-Krieges berichtet, über die Schließung des Gefangenenlagers Guantánamo oder über eine Anklage des scheidenden US-Präsidenten George W. Bush wegen Hochverrats, der in einem "ersten Interview" schwere Fehler bei der Entscheidung zum Einmarsch in den Irak zugab. Doch das ganze war ein Fake - das in einer Auflage von 1,2 Millionen Exemplaren in New York, Los Angeles, San Francicso, Chicago, Philadelphia und Washington von rund 1000 Freiwilligen verteilt wurde.  Als Urheber des täuschend echt wirkenden Immitats gab sich eine Gruppe mit dem Namen "The Yes Men" zu erkennen, angeblich ein Zusammenschluss von Kriegsgegnern, Menschenrechtsgruppen und Umweltschützern. Sie gaben an, sie wollte die neue Regierung des künftigen US-Präsidenten Barack Obama ermuntern, ihre Wahlversprechen zu halten und Druck ausüben. Hinter den Initiatoren stehen Medienberichten zufolge mehrere Journalisten großer New Yorker Zeitungen, unter anderem sogar von der "New York" Times selbst.

Die "New York Times" selber kommentiert nur ganz kurz: "Das ist eindeutig eine gefälshte Ausgabe der Times. Wir versuchen, mehr darüber herauszufinden".
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