GB News: Neuer Nachrichtenkanal lockt britisc...
 
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Neuer Nachrichtenkanal lockt britische TV-Talente

Screenshot: BBC News
Legendärer Auftritt von Simon McCoy mit einem Pack Papier.
Legendärer Auftritt von Simon McCoy mit einem Pack Papier.

Ein TV-Moderator nach dem anderen wechselt in Großbritannien zum konservativen GB News. Der Sender zielt auf ein konservatives Publikum ab und will der BBC Konkurrenz machen. 

Es war ein emotionaler Abschied, den BBC-Nachrichtenmoderator Simon McCoy diese Woche on air hinlegte. Der langjährige Moderator des Nachrichtensender BBC News verlässt den Sender und dockt beim neuen, noch zu startenden Nachrichtensender GB News an, wie sein künftiger Chef Andrew Neil - ebenfalls ein ehemaliger BBC-Moderator - auf Twitter bekannt gab.

Der britischen Öffentlichkeit ist McCoy durch sarkastische Bemerkungen und kleine, oft subtile Gags im sonst so nüchternen Nachrichtengeschäft bekannt. Statt einem iPad hielt er etwa an einem Nachmittag ein Pack Papier in der Hand, als er die Nachrichten moderierte. Dank Social Media wurden viele seiner Auftritte auch weit über die britischen Landesgrenzen hinaus bekannt. Zu seinem Abschied schnitten seine BBC-Kollegen ein Best-of des Moderators zusammen.

Simon McCoy-Abschied



McCoy ist nur der letzte aus einer ganzen Reihe von TV-Persönlichkeiten und Journalisten, die zum neuen Sender wechseln: Sky News-Moderator Colin Brazie verließ nach 23 Jahren seinen Sender um bei GB News anzuheuern. Euronews-Politik-Redakteur und -Moderator Darren McCaffre gab ebenso seinen Wechsel zu GB News bekannt wie seine Euronews-Kollegin Rosie Wright, Moderatorin von "Good Morning Europe". Sender-Chef Neil machte auch dem umstrittenen ITV-Moderator Piers Morgan (Good Morning Britain) öffentlich ein Angebot, zum Sender zu wechseln. 

100 neue Mitarbeiter

Laut Guardian sollen mehr als 100 Mitarbeiter beim Start von GB News an Bord sein. Der Sender will die strengen Regeln der britischen Aufsichtsbehörde Ofcom bezüglich Unparteilichkeit neu interpretieren und zielt auf ein konservatives Publikum ab und will in Konkurrenz zur BBC treten, die sich zuletzt mit verstärkter Kritik aus dem konservativen Lager auseinandersetzen musste. Die Berichterstattung des Senders sei zu einseitig, zu links und zu elitär, so der Vorwurf.
Um der BBC die Stirn zu bieten, hat man laut eigenen Angaben mit 60 Millionen Pfund (rund 70 Millionen Euro) eine gut gefüllte Kriegskasse. Das Geld kommt unter anderem vom Hedge-Fond-Manager Paul Marshall, der zuletzt mit seiner Unterstützung für den Brexit für Aufsehen gesorgt hat.

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