Gasser war "gegen zu enge Verzahnung"
 

Gasser war "gegen zu enge Verzahnung"

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"WirtschaftsBlatt"-Chef begründet Abgang in Rundmail - Zwei Modelle erarbeitet, Styria entschied sich für dritten Weg

Der scheidende Geschäftsführer des "WirtschaftsBlatt", Hans Gasser, hat am Mittwochabend in einem Rundschreiben per Mail zu seinem Abgang Stellung genommen. Die Vorgänge nach seiner Darstellung: Seit etwa sieben Monaten sei in einem vom Styria-Konzern initiierten Projekt die Form und Intensität der Zusammenarbeit von "Presse" und "WirtschaftsBlatt" erarbeitet worden. Dabei hätten zwei Teams von Führungskräften beider Zeitungen letztlich zwei Modelle erstellt - eine Totalfusion der beiden Organisationen inklusive der Redaktionen, und alternativ dazu ein Modell mit bewußt getrennten Redaktionen, aber mit gemeinsam geführten Vermarktungseinheiten.

"Dieses zweite Modell wurde von Reinhold Gmeinbauer (Presse-Geschäftsführer, Anm.) und mir erarbeitet und vorgeschlagen", so Gasser. Die Styria hat sich demnach für einen dritten Weg entschieden, wie er schreibt. "Das künftige Organisationsmodell, das der zuständige Vorstand der Styria Media Group AG, Klaus Schweighofer letztendlich realisieren will, liegt zwischen diesen beiden Modellen und wird auch personell vollkommen neu besetzt sein."

Er habe sich "wiederholt gegen eine zu enge Verzahnung der beiden Zeitungsmarken ausgesprochen, da ich dadurch Schaden für beide Marken, vor allem aber für das WirtschaftsBlatt befürchte", so Gasser. Deshalb werde er Ende August alle Geschäftsführer- und Vorstandsfunktionen im "WirtschaftsBlatt" zurücklegen.

Gasser verweist darauf, dass das Unternehmen 2011 erstmals schwarze Zahlen schrieb. Trotz aktuell widriger Rahmenbedingungen am Werbemarkt liege das EBITDA für die WirtschaftsBlatt Medien GmbH auch per Juni 2012 über dem Vorjahr, dem besten Geschäftsjahr seit Bestehen der Zeitung.
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