Gallup-Umfrage: Fast Hälfte der Bevölkerung i...
 
Gallup-Umfrage

Fast Hälfte der Bevölkerung informiert sich nicht täglich zu Corona

APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA
Hospitalisierungszahlen werden regelmäßig abgefragt.
Hospitalisierungszahlen werden regelmäßig abgefragt.

Anteil stieg gegenüber April um mehr als das Doppelte an.

Die Dauer der Corona-Pandemie hinterlässt ihre Spuren. Fast die Hälfte der österreichischen Bevölkerung (45 Prozent) informierte sich im August laut einer Befragung nicht täglich über Covid-19. Der Anteil stieg gegenüber April um mehr als das Doppelte an, wie am Mittwoch präsentierte Daten des Gallup-Instituts in Kooperation mit dem Medienhaus Wien zeigen. Nicht impfbereite Personen lehnen zudem zu großen Teilen Regierungskampagnen zum Thema Corona ab.


Das Institut erhebt seit Ausbruch der Pandemie im März 2020 regelmäßig die Stimmungslage sowie die Mediennutzung in der Coronakrise. Für die aktuelle Umfrage - mittlerweile die 8. - wurden 1.000 Personen zwischen 11. und 13. August befragt. Sie ist repräsentativ für die webaktive Bevölkerung ab 16 Jahren.

Corona-Nachrichten werden vermieden

74 Prozent der Bevölkerung fühlen sich sehr gut oder gut über die Coronapandemie informiert und damit rund fünf Prozent weniger als bei den beiden vorangegangenen Erhebungen. Bei nicht impfbereiten Personen ist der gefühlte Informationsstand schlechter: 60 Prozent meinen, sie seien sehr gut oder gut im Bilde. Hinsichtlich Informationen zur Impfung fühlen sich Impfverweigerer zu 52 Prozent sehr gut oder gut informiert.

Dabei zeigt sich, dass nicht impfbereite Personen besonders oft vermeiden, aktiv Corona-Nachrichten zu rezipieren. 62 Prozent verzichten sehr häufig oder häufig bewusst auf diese. Bei bereits geimpften oder impfbereiten Personen sind es 31 Prozent. Als Ursache führt Andrea Fronaschütz, Leiterin des Gallup-Instituts, den Faktor Vertrauen bei einer Onlinepressekonferenz ins Treffen. Rund die Hälfte der Impfverweigerer vertraut den Medien nicht und erachtet Nachrichten als einseitig und oberflächlich. "Verweigerer meinen, sie hätten keine vertrauenswürdige Quelle", so Fronaschütz.

Die Informationskampagne der Bundesregierung zum Thema erreicht zwar auch nicht impfbereite Personen (62 Prozent), stößt aber auf wenig Gegenliebe. Nur 25 Prozent halten die Kampagne für sinnvoll, 15 Prozent für nützlich. Für 63 Prozent der Impfverweigerer stellt sie eine Verschwendung von Steuergeldern dar. "Bei Impfverweigerern kommt man auf diesem Weg praktisch nicht mehr an", konstatierte Medienhaus-Wien-Geschäftsführer Andy Kaltenbrunner. Teils seien die Inserate auch kontraproduktiv, da sie einen Abwehrreflex hervorrufen. Kaltenbrunner empfiehlt, bei den Kommunikationsmitteln auf neue Wege zu setzen. Jedoch seien Einschaltungen für Menschen, die nur verunsichert sind, weiterhin "sicher noch sinnvoll".

 Teile der Studie unter https://www.gallup.at/de/unternehmen/studien/ abrufbar

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