FV & WIFO: Werbeklima bleibt stabil
 

FV & WIFO: Werbeklima bleibt stabil

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Werbeklimaindex von Fachverband und Wirtschaftsforschungsinsttut: Kommunikationsdienstleister sind auch für das Dritte Quartal positiv gestimmt, aber: Der Westen Österreichs sieht sogar Aufwind, der „Osten“ (also Wien) ist deutlich zurückhaltender. Und: Werbeabgabe im Halbjahr um 400.000 Euro unter dem Vergleichswert 2011.

Der vom Fachverband Werbung initiierte "Werbeklimaindex", dessen aktuelle Ausgabe für das dritte Quartal nun vorliegt, zeichnet ein wenn schon nicht rosiges, denn doch zuversichtlich stimmendes Bild: Die vom WIFO befragten 358 Mitgliedsunternehmen des Fachverband Werbung (die allemal 4.244 Beschäftigte haben), melden "eine stabile Nachfrage nach Werbe-Dienstleistungen im 2. Quartal und sind für das 3. Quartal optimistisch", berichten Fachverband Obfrau Angelika Sery-Froschauer und WIFO-Analyst Gerhard Schwarz: "Die Erwartungen liegen weit über dem Durchschnitt der letzten Jahre. Die Nachfrage nach Dienstleistungen im Bereich Werbung war im 2. Quartal 2012 stabil auf einem guten Niveau".

Ein Drittel der befragten Unternehmen berichten demnach von einem Anstieg der Nachfrage im 2. Quartal 2012, gegenüber 11 Prozent, die sich mit rückläufiger Nachfrage konfrontiert sahen. Rund 28 Prozent der befragten Unternehmer berichten sogar von einer verbesserten Geschäftslage im 2. Quartal 2012. Sery-Froschauer und Schwarz: "Die Auftragslage ist weiterhin stabil: 76 Prozent der Unternehmen melden ausreichende oder sogar mehr als ausreichende Auftragsbestände."
Siehe Textierung und Präsentation zum Download hier .

Diese Diagnose wird durch die Ausweisung der Einnahmen der Finanz aus dem unseligen Titel "Werbeabgabe" grundsätzlich bestätigt: Aus der 5prozentigen Abgabe auf das Media-Netto für klassische Werbeträger, Prospekt und Werbe-Mailings (Online ist Werbeabgabenfrei...) meldet das Finanzministerium für das Halbjahr Einnahmen von 55,8 Millionen Euro - das sind 400.000 Euro weniger als im Halbjahr 2011 (das wäre ein Minus von 0,7 Prozent).

Zu berücksichtigen wäre allerdings, das der "Media-Index", also die Preisveränderungen auf Seiten der klassischen Medien, für 2012 bei +3,3 Prozent liegt (Quelle Mediacompasse der MediaCom, siehe hier .). Heisst im Klartext: Über alle klassischen Mediengattungen (inklusive Direct) hinweg ist das Netto-Volumen fast gleich geblieben im Halbjahresvergleich (allerdings konnten wohl Preissteigerungen nicht realisiert werden).

Zurück zum Werbeklimaindex: Für das 3. Quartal 2012 bleibt die Werbebranche weiterhin optimistisch - 29 Prozent der Unternehmen rechnen mit einem Anziehen der Nachfrage und 27 Prozent mit einer verbesserten Geschäftslage. "Damit überwiegen die Optimisten deutlich gegenüber jenen sieben beziehungsweise acht Prozent, die eine sinkende Nachfrage beziehungsweise sinkende Geschäftslage im 3. Quartal 2012 erwarten", analysieren Sery-Froschauer und Schwarz.

Fazit: "Die Risiken für eine positive Konjunkturentwicklung steigen, aber Österreichs Werbewirtschaft ist trotz der Belastungen durch die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum vergleichsweise gut aufgestellt", sagt Sery-Froschauer und avisiert für den Herbst, im Rahmen einer Mitgliederbefragung die "elementaren Zukunftsfragen der Branche" thematisieren zu wollen.

Für diese avisierte WIFO-Sonderauswertung hat der FV einen Themenkatalog erstellt, um via Mitgliederresonanz "seine Arbeitsschwerpunkte und Strategien für den Medien- und Werbestandort Österreich Wirtschaft vorstellen und der Politik" zu überreichen, so das Vorhaben von Obfrau Sery-Froschauer. "Wir wollen der Werbewirtschaft gemeinsam mit dem WIFO vor allem Antworten auf Fragen geben, die die geänderten wirtschaftlichen, politischen und technischen Rahmenbedingungen mit sich bringen".

Abgefragt werden sollen Themenstellungen wie
· Welche Rolle spielt der Kommunikationsstandort Österreich im vereinten Europa?
· Wie besteht die Kreativbranche im internationalen Wettbewerb und welche Wachstumschancen ergeben sich daraus?
· Wie kann der Kommunikationsstandort nachhaltig gesichert und unterstützt werden?
· Was muss eine zukunftsorientierte Aus- und Weiterbildung für die Kommunikationsbranche leisten?
· Wie erreichen wir eine Vorbildrolle in strategischer Kommunikation, Governance und Transparenz?
· Welche allgemeinen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Trends beeinflussen Kommunikation und Werbung? · Welche Rahmenbedingungen brauchen wir für Spitzenleistungen in Innovation und Kreativität?

Der Werbeklimaindex für das Dritte Quartal (Rückblick und Ausblick 4. Quartal wird voraussichtlich Anfang November 2012 vorgestellt werden).
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