Fußball-WM im ORF: 220 Stunden für eine gute ...
 

Fußball-WM im ORF: 220 Stunden für eine gute Quote

ORF/ Roman Zach-Kiesling
Ex-ÖFB-Teamchef Marcel Koller wechselt bei der Fußball-Weltmeisterschaft in die Rolle des ORF-Kommentators.
Ex-ÖFB-Teamchef Marcel Koller wechselt bei der Fußball-Weltmeisterschaft in die Rolle des ORF-Kommentators.

Mit hohen Quoten-Erwartungen geht der ORF in die Weltmeisterschaft 2018. Die Buchungslage ist gut, Restplätze und Sonderwerbeformen noch verfügbar.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 23/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Vom 14. Juni bis 15. Juli blickt die gesamte Fußballwelt zur Fifa- Weltmeisterschaft nach Russland, österreichische Fußballfans können das Geschehen zum Großteil im ORF verfolgen: 56 der 64 Spiele werden live in HD und audiokommentiert übertragen, die restlichen acht Spiele hat sich bekanntlich oe24.tv unter der Führung von Wolfgang Fellner vom ORF sublizenzieren lassen (siehe Beitrag unten). Der ORF wird dabei sämtliche bekannten Kanäle bespielen, via ORF-TVThek-App sind die Spiele auch in UHD zu sehen, sofern man ein geeignetes Gerät zur Verfügung hat. Als zusätzliches Zugpferd agiert Ex-ÖFBTeamchef Marcel Koller, der gemeinsam mit Kicker-Legende Herbert Prohaska, Roman Mählich und Thomas Janeschitz die Spiele analysieren wird.

Neue Formate

Insgesamt zeigt der ORF rund 220 Stunden WM-Fußball, täglich ab circa 13:00 Uhr bis etwa 23:30. Neben Marcel Koller wird auch das Format „WM-Club“ als täglicher Fußball- Talk um circa 22:15 in Szene gesetzt, wo prominente Gäste abseits der gewohnten Spielanalysen über das Gesehene diskutieren werden. Abgerundet wird die sportliche Berichterstattung mit einem umfassenden Rahmenprogramm auf ORF 2 (Universum, Weltjournal, kulturMontag) und ORF III (Doku-Schwerpunkt). Ö3-Hörer kommen wieder in den Genuss der Torgarantie: Das Programm wird für jedes WM-Tor kurz unterbrochen. Auch wieder mit dabei sind insgesamt 127 lizenzierte Public-Viewings, darunter bekannte Locations wie das WUK, wo auch wieder das FM4-WM-Quartier stationiert ist, oder die Strandbar Herrmann in Wien.

„Wir gehen davon aus, dass es ähnlich weitergeht wie bei den letzten Großereignissen, wo wir in den verschiedensten Milieus zum Teil extrem nachgefragt waren, wie etwa bei den jungen Leuten. Die Herausforderung sind sicherlich die Zeitzonen bezüglich Zeitverschiebung, aber ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingen wird“, sagt ORF-Sportchef Hans Peter Trost auf Frage des HORIZONT bezüglich der konkreten Erwartung der Einschaltquoten während der WM. Insgesamt erreichte der ORF mit seiner Berichterstattung aus Brasilien bei der WM 2014 kumulierte 6,209 Millionen Österreicher, das Finale vor vier Jahren wurde via ORF von 1,9 Millionen Österreichern gesehen.

ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner ergänzt: „Die Erwartung an die Quote ist natürlich auch wieder stark an die schon bekannte Entwicklung der Vergangenheit gekoppelt, dass bis zu 45 Prozent der Zuseher Frauen sind und wir auch mit vielen qualifizierten Frauen in unserem Team diesem Umstand Rechnung tragen.“

Werbe-Restplätze

Zufrieden zeigt sich der ORF mit der aktuellen Buchungslage der Werbeplätze. „Die Top-Spiele sind eigentlich ausvermarktet“, so Tanja Zieger von ORF-Enterprise im Gespräch mit HORIZONT. Restplätze seien jedoch vorhanden. Zudem gebe es attraktive „Follow-Your-Team“-Pakete, die etwa für Deutschland oder Russland bereits gebucht worden sind. „Man braucht bei der Weltmeisterschaft im ORF auch nicht gleich an die großen Budgets denken“, ergänzt Zieger. Ab 5.000 Euro sei man bereits dabei. Zusätzlich im Angebot gibt es Sonderwerbeformen wie Opener und Closer bei den Übertragungen, Gewinnspiele und Programm-Promotions, „wo wir die Kunden sehr gut mittransportieren können“.

Wrabetz: ‚Schlecht für den Sport‘

ORF-Generalintendant Alexander Wrabetz zeigt sich erfreut, die Weltmeisterschafts- Übertragung für den ORF gewonnen zu haben; nützte die Präsentation aber auch, um auf die aktuelle Entwicklung der TV-Rechte im Sportbereich aufmerksam zu machen: „Die Fernsehwelt ändert sich stark und Qualitätssport verschwindet oft hinter eine Bezahlschranke. Das ist ein Problem für die Zuseher, weil man für ein umfassendes Sportangebot verschiedene Angebote buchen und Dutzende Euro mehr bezahlen muss“, so der ORFGeneral. Wrabetz warnte vor sinkenden Reichweiten, „die schlecht für den Sport sind“. Wrabetz will dieses Thema daher verstärkt ansprechen, auch bei der Medienenquete, „damit Großereignisse wie die Weltmeisterschaft auch weiterhin im Free-TV, und damit meine ich auch Privatsender, zu sehen sein können“.

[Michael Fiala]

stats