Funktionieren Magazine nur noch im Special-In...
 

Funktionieren Magazine nur noch im Special-Interest-Bereich? #3

Martin Kreil

Special-Interest-Bereich ist kein Erfolgsgarant - Gastbeitrag von Franz Renkin, Verlagsleiter Red Bull Media House.

Dieser Gastbeitrag erschien im bestseller 4/2016. Hier geht's zum Abo des bestsellers.

Dass Magazine nur noch im Special-Interest-­Bereich funktionieren, mag zwar auf den ersten Blick so aussehen, muss aber keineswegs der Fall sein. Viele General-Interest-Titel haben es im Moment sicher nicht leicht und auch an Auflage verloren. Das liegt aber in erster Linie daran, dass die meisten Verlage nicht rechtzeitig erkannt haben, dass es eines Kurswechsels bedarf und es neue, zeitgemäße Konzepte braucht.

Das Zeitmagazin hat zum Beispiel eindrucksvoll bewiesen, dass es auch anders geht, und zählt – dank einer neuen, frischeren Ausrichtung – mittlerweile zu den erfolgreichsten ­General-Interest-Magazinen.

In den Special-Interest-Bereich zu gehen allein ist noch lange kein Garant für Erfolg. Es braucht vor allem Themen, die die Menschen interessieren und begeistern. Und es braucht Qualität in Form von hochwertigem Journalismus und unique Content. Mit Servus in Stadt & Land wurde beispielsweise der Nerv der Zeit getroffen, indem das Produkt zum richtigen Zeitpunkt und mit dem richtigen Thema gestartet ist.

Aber würde dieser überaus erfolgreiche Titel nicht ständig weiterentwickelt werden, bliebe auch hier der Erfolg irgendwann einmal aus. Das gilt für alle Magazine aus dem Red Bull Media House. Egal, ob wir vom Active-Lifestyle-Männermagazin The Red Bulletin, das in fünf Sprachen erscheint, dem Natur- und Wissensmagazin Terra Mater, dem neu konzipierten Seitenblicke Magazin oder dem jüngsten Titel, Bergwelten, sprechen. Für den Werbemarkt ist Print für einen langfristigen Markenaufbau oder etwas erklärungsbedürftige Produkte ­hervorragend geeignet.

Wir sollten nicht grundlos das Produkt Zeitschrift totreden, vielmehr müssen wir die ­Qualität unserer Magazine verbessern und ­innovative Angebote entwickeln. Dann spielt es auch keine Rolle, ob mit General oder Special Interest.

Am Montag, 10.Oktober, lesen Sie die Meinung von Christian Rainer, Herausgeber und Chefredakteur "profil".

(Franz Renkin)
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