Funkhaus-Verkauf: Das will die IG Funkhaus
 

Funkhaus-Verkauf: Das will die IG Funkhaus

APA/Neubauer
Robol (links) und Rubey sehen "sehr attraktives Angebot".
Robol (links) und Rubey sehen "sehr attraktives Angebot".

Die IG Funkhaus hat ein verbindliches Kaufangebot für das ORF-Funkhaus in der Argentinierstraße abgegeben. Die Details...

Das eingereichte Konzept der Gruppe rund um den Schauspieler Karl Markovics sieht vor, dass die Radiosender Ö1 und FM4 im Funkhaus bleiben, das Haus öffentlich zugänglich gemacht wird, und als "Kultur-, Bildungs- und Medienstandort" bestehen bleibt. Am Areal des Funkhauses sollen sich Kultureinrichtungen und universitäre Institutionen anmieten, erklärten Vertreter der Interessensgemeinschaft bei einer Pressekonferenz. Da rund 1.000 Quadratmeter zusätzliche bebaubare Grundfläche zur Verfügung stehen, könnte dort auch "leistbarer und integrativer" Wohnraum entstehen. Das hatte die Gruppe bereits Anfang des Monats gegenüber HORIZONT erklärt

"Hier geht es um mehr als darum, dass der Standort erhalten bleibt", sagte Gerhard Ruiss, Leiter der IG Autorinnen Autoren. "Wir erhoffen uns, dass die Wiener Stadtpolitik erkennt, was für ein Potenzial darin steckt." Als Beispiele für Institutionen, die laufend auf der Suche nach freien Flächen seien, nannte Geschäftsführer Christoph Robol die Technische Universität, die Akademie der Bildenden Künste, die Uni für Angewandte Kunst oder die Vinzi-Projekte von Cecily Corti. Konkreter auf die Pläne wollten die Vertreter der IG mit dem Hinweis darauf, dass es sich um ein laufendes Bieterverfahren handle, nicht eingehen.

Mitglied der IG Funkhaus, die sich aus den Aktivisten, die für den Erhalt des Funkhauses eintraten und mittlerweile aus mehreren Tausend Mitgliedern aus Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft besteht, ist auch der Musiker Willi Resetarits. "Ich liebe das Radio und ich liebe das Funkhaus", sagte er. Er sei "wahnsinnig glücklich" über diese Lösung, "die das wertvolle Areal der Kapitalmaximierung im Immobilienmarkt entzogen hat". Auch der Schauspieler Manuel Rubey sprach sich für den Erhalt der Ö1-Redaktionen im Funkhaus aus: "Das Funkhaus, wie es ist, ist eine der letzten Bastionen gegen Vereinfachung und Verdummung."

"Gemeinsam mit dem ORF etwas entwickeln"



"Wir sind keine wehmütigen Traditionalisten", betonte der unter dem Namen Skero bekannte Rapper Martin Schlager. Das Gebäude sei nicht marode, sondern im Gegenteil auf dem neuesten Stand. Überzeugt davon, dass das Angebot für den ORF "sehr attraktiv ist", zeigte sich der Treuhänder der gemeinnützigen GmbH, Günther Robol. "Wir möchten gemeinsam mit dem ORF etwas entwickeln", betonte sein Sohn Christoph Robol. Durch die Gemeinnützigkeit könne man flexibel auf die Bedürfnisse des ORF eingehen und gleichzeitig das Haus für die Öffentlichkeit öffnen.

"Wir würden die Institution Radio extrem gefährdet sehen, würden die Pläne des ORF umgesetzt und Ö1 auf den Küniglberg übersiedelt werden", sagte Markovics. Befürchtet werden eine Verkleinerung der Redaktionen und eine einfachere politische Einflussnahme. "Wir haben dagegen ein Modell entwickelt, dass der Bevölkerung das Funkhaus als idealen öffentlichen Raum über den bisherigen Bedingungen geben kann", so Markovics.

Kaufpreis wird nicht genannt



Den angebotenen Kaufpreis wollte die IG Funkhaus nicht nennen. "Es ist ein erstgenommenes Angebot, sonst wären wir nicht im Bieterverfahren", sagte Ruiss. Die Finanzierung des Eigenkapitels soll durch Crowdfunding geschehen. Auf können sich Interessierte für einen "Baustein" anmelden. Die Chancen der IG Funkhaus beurteilte er als "sehr gut". "Ich glaube, wir sind der ideale Partner."

Der ORF wird mit insgesamt neun Kaufinteressenten in vertiefte Verhandlungen treten, wie der Sender am Mittwoch verkündete.
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