Funkhaus-Käufer Rhomberg: "Wir planen kein Ho...
 

Funkhaus-Käufer Rhomberg: "Wir planen kein Hochhaus"

Flickr/Hans Dinkelberg
Mindestens 20 Millionen Euro bringt der Verkauf des Funkhauses dem ORF.
Mindestens 20 Millionen Euro bringt der Verkauf des Funkhauses dem ORF.

Die Vorarlberger Baugruppe Rhomberg kauft das ORF-Funkhaus. Geschäftsführer Hubert Rhomberg hat nun verraten, was das Unternehmen auf dem Gelände vorhat.

Nach einem langwierigen Verkaufsprozess ist in der letzten Woche bekannt geworden, dass die Vorarlberger Baugruppe Rhomberg den Zuschlag für das ORF-Funkhaus erhalten hat. Der ORF-Stiftungsrat sowie der Beirat der Rhomberg Bau GmbH müssen dem Deal zwar noch zustimmen (HORIZONT berichtete) - dabei dürfte es sich aber nur noch um einen formalen Akt handeln. 

Im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "trend" hat Rhomberg-Geschäftsführer Hubert Rhomberg nun verraten, was sein Unternehmen mit dem Funkhaus vorhat. "Der Schwerpunkt wird Wohnen sein. Das ist in Wien ja Hauptthema. Die Lage ist gut, und für mich hat das Objekt besonderen Wert, weil es eben historische Qualität hat", sagt Rhomberg, der selbst neun Jahre in Wien gelebt hat und die Gegend bestens kennt.

Ein Hochhaus soll am Standort aber keines entstehen, so Rhomberg. "Aber ein bisschen in die Höhe wird man schon gehen müssen. Es wäre unverantwortlich, die Flächen nicht besser auszunützen." Zudem soll es nicht nur Wohnungen geben: "Wir müssen auch andere Nutzungen vorsehen und werden das Objekt sicher mit dem Thema Kultur aufladen. Ich bin da sehr offen." Denkbar seien etwa Coworkingspaces für Start-ups. 

Kultur auch weiterhin ein Thema

Bezüglich des Denkmalschutzes müsse man behutsam vorgehen, das mache ihm aber nichts. Das Funkhaus sei nun sein Herzensprojekt - und für das Unternehmen sicherlich auch ein Vorzeigeprojekt. Dass die Kulturschaffenden vor dem Verkauf lautstark protestiert haben, kann Rhomberg verstehen. "Ich habe das gut nachvollziehen können, verstehe diese Initiativen. Ich wäre auch nicht glücklich, wenn man das Thema Kultur beendet hätte. Ich hoffe, dass es da Anknüpfungspunkte gibt." Er sehe die Nachbarschaft zum beim ORF verbliebenen Teil des Funkhauses positiv.

Zur Erinnerung: Rhomberg die Gesamtliegenschaft in Wien-Wieden ohne den östlich gelegenen Radio-Sendesaal, den mittigen Peichl-Trakt und die westlichen Studios übernehmen. "Kulturtrakt" und Peichl-Trakt verbleiben im Eigentum des ORF. "Somit können das Radiokulturhaus mit dem großen Sendesaal und seinen Nebenflächen sowie die großen Radiostudios und das Hörspielstudio auch in Zukunft für kulturelle Aktivitäten genutzt werden", so ORF-Chef Alexander Wrabetz und sein Finanzdirektor Richard Grasl. 

"Haben ordentlich Kohle gesetzt"

Wie viel Geld Rhomberg genau für das Funkhaus auf den Tisch legen wird, wollte er gegenüber dem "trend" nicht sagen. Nur so viel: "Mehr als 20 Millionen Euro, wir haben jedenfalls ordentlich Kohle gesetzt." Der Mindestpreis betrug 18 Millionen Euro - der Verkauf des Funkhauses ist finanziell für den ORF sehr wichtig und trägt einen großen Teil des aktuellen Budgets bei. Rhomberg will nun mit dem Prestigeprojekt Funkhaus den Standort des Unternehmens in Wien ausbauen: "Wir bauen das Wiener Büro aus, das wird uns schon zu klein."
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