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"FTD" will angeblich elektronische Zeitung forcieren

Reuters: Stärkung der Wochenendausgabe - Umfänge unter der Woche sollen schrumpfen

Die "Financial Times Deutschland" (FTD) treibt Verlagskreisen zufolge ihre Pläne für eine elektronische Tageszeitung voran. In einem ersten Schritt soll dazu die Seitenzahl der Druckausgaben zwischen Montag und Donnerstag verringert werden, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag von einem mit den Plänen vertrauten Insider erfuhr. Dafür soll die Freitagausgabe dicker werden und sich als Wochenendzeitung stärker auf Hintergrund-und Magazinberichte konzentrieren. Zugleich wolle die FTD ihre Werbung für die Printausgabe deutlich reduzieren.

Stattdessen soll sich die Wirtschaftszeitung ganz auf die Gewinnung von Digitalabos für Tablet-Computer und Smartphones konzentrieren. Der Insider verwies dabei auf Ergebnisse der Marktforschung, wonach ein hoher Anteil der FTD-Leser ihre Zeitung am Computer liest. Der Wechsel von Print in die elektronische Welt soll in mehreren Schritten vollzogen werden. "Wir können nicht einfach den Schalter umlegen." Ganz verzichten auf die liebgewonnene Druckausgabe wollten viele Abonnenten nicht.

Anzeigenschwund

Mit den Veränderungen reagiert der Verlag auf die anhaltend schwierige Lage bei der Zeitung, die seit ihrer Gründung vor zwölf Jahren kein Geld verdient. Das Blatt leidet wie ihre Konkurrenz aus "Handelsblatt" und "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter dem Anzeigenschwund. Auch das Internetportal "newsroom.de" berichtete über den Plan, den Umfang der Druckausgabe zu verringern.

"No Comment" bei Gruner + Jahr

Der Verlag Gruner + Jahr, in dessen Sparte für Wirtschaftsmedien die FTD erscheint, wollte sich nicht dazu äußern. "Zu Spekulationen nehmen wir keine Stellung", erklärte eine Sprecher. Über Gestalt und Auftritt der Zeitung und der Marke "FTD" nachzudenken und Veränderungen zu erwägen, gehöre zu professioneller Arbeit immer dazu. Zu den Wirtschaftsmedien von Gruner + Jahr gehören neben der "Financial Times Deutschland" die Zeitschriften "Capital", "Impulse", "Börse Online" und "Business Punk".

(APA/Reuters)
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