"FTD": Einstellung nun offiziell
 

"FTD": Einstellung nun offiziell

Betriebsrätin: 7. Dezember wird letzte Ausgabe - Vorwürfe an Geschäftsführung: "Haben alles aus der Presse erfahren"

Jetzt ist es offiziell: Die "Financial Times Deutschland" (FTD) wird Anfang Dezember eingestellt. "Der 7. Dezember wird unsere letzte Ausgabe", sagte die zuständige Betriebsrätin Maike Rademaker am Freitag in Hamburg.

Unklar sei noch die Zukunft der Schwesterblätter "Capital", "Impulse" und "Börse Online", fügte sie hinzu. Der Verlag Gruner + Jahr (G+J) wollt die 350 Mitarbeiter der betroffenen Blätter am Freitagvormittag in einer Betriebsversammlung informieren.

Nach Angaben der Betriebsrätin sind zusätzlich 50 Arbeitsplätze in nicht-redaktionellen Abteilungen gefährdet, etwa in der Computerabteilung. Die Arbeitnehmervertreterin warf der Verlagsführung Versagen im Umgang mit den Mitarbeitern vor, seit die ersten Gerüchte über eine Schließung aufkamen: "Wir haben alles nur aus der Presse erfahren", sagte sie.

Am Mittwoch hatte der Verwaltungsrat über die Zukunft der G+J-Wirtschaftsblätter beraten. Dabei haben die Kontrollore den Vorstand ermächtigt, "einen Verkauf, Teilschließung oder Schließung der G+J-Wirtschaftsmedien vorzunehmen", wie ein Verlagssprecher sagte. Ein Verkauf der Zeitung kam nach Angaben aus dem Verlag aber nicht zustande.

Die "FTD"-Mitarbeiter trugen am Freitag lachsfarbene Trauerschleifen am Revers. In der Freitagsausgabe der Zeitung ist die zweite Seite gefüllt mir Solidaritäts-Zuschriften von Lesern. Nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hat Gruner + Jahr rund 40 Millionen Euro für Abfindungen eingeplant.

(APA/sda)
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