Frequenzschwund: Worum TV, Radio & Kulturvera...
 
Frequenzschwund

Worum TV, Radio & Kulturveranstalter jetzt kämpfen

ORS/Sazel
Die Branchenvertreter am Podium: Michael Wagenhofer (ORS), Harald Kräuter (ORF), Corinna Drumm (VÖP), Othmar Stoss (OETHG) und Daniel Serafin (Oper St. Margarethen) (v.l.)
Die Branchenvertreter am Podium: Michael Wagenhofer (ORS), Harald Kräuter (ORF), Corinna Drumm (VÖP), Othmar Stoss (OETHG) und Daniel Serafin (Oper St. Margarethen) (v.l.)

Die österreichische Allianz aus TV-, Radio- und Kulturveranstaltern fordert im Rahmen der Vorbereitung für die Weltfunkkonferenz 2023 die langfristige, politische Absicherung des UHF-Spektrums nach 2030.

Rundfunk- sowie Kulturveranstalter nutzen das Frequenzspektrum zwischen 470 MHz – 694 MHz oder UHF-Spektrum. Bei der Weltfunkkonferenz im November 2023 steht die exklusive Nutzung auf dem Prüfstand, eine neue Frequenz-Zuweisung ab 2030 zugunsten des Mobilfunks steht dabei im Raum. Bei einer  Pressekonferenz im Volkstheater erläuterte die neu gegründete Allianz der TV-, Radio- und Kulturveranstalter die Auswirkungen für die betroffenen Branchen und fordert die langfristige Absicherung des Rundfunkspektrums auch nach 2030.

Der Mobilfunk kann Frequenzen aus physikalischen Gründen nur allein nutzen, so dass sie Rundfunk und Kultur nicht mehr zur Verfügung stehen. Die terrestrische Rundfunkverbreitung wäre dadurch akut gefährdet: "Die betroffenen Branchen haben keinen Frequenzspielraum mehr, weshalb unsere Forderung nach einer langfristig abgesicherten, exklusiven Nutzung des Rundfunkspektrums alternativlos ist", erklärt Michael Wagenhofer, Geschäftsführer der ORS und Sprecher der Allianz. "Radio und Fernsehen sind die am stärksten genutzten Medien, denen die Menschen in Österreich zudem das größte Vertrauen entgegenbringen. Öffentlich-rechtlicher Rundfunk im Speziellen muss seiner medienpolitischen Verpflichtung zur Versorgung der Bevölkerung, insbesondere in Zeiten von zunehmenden Umweltkatastrophen, Gesundheitskrisen oder geopolitischen Konflikten, nachkommen können", betont Harald Kräuter, Direktor für Technik und Digitalisierung des ORF.
  
Kultur und Rundfunk fordern den Erhalt ihrer Frequenzen auf der Fassade des Volkstheaters.
ORS/Sazel
Kultur und Rundfunk fordern den Erhalt ihrer Frequenzen auf der Fassade des Volkstheaters.
Corinna Drumm, Geschäftsführerin des Verbands Österreichischer Privatsender, ergänzt: "Zusätzlich zur linearen Nutzung werden Audio- und Bewegtbildinhalte immer häufiger auch auf mobilen Endgeräten genutzt. Dies gilt v.a. für Echtzeit-Content, ebenso wie für gesellschaftspolitische Inhalte oder regionales Österreich-Programm. Diese Inhalte wollen wir auch weiterhin möglichst effizient via Broadcast – also 'one-to-many' – zu unseren Hörer:innen und Seher:innen bringen. Dafür benötigen wir auch in Zukunft das UHF-Spektrum. Andernfalls droht der Verlust von Angebotsvielfalt und Medienqualität – zum Schaden unserer Demokratie."

Für Medienproduktion unverzichtbar

"Vielen ist nicht bewusst, dass unzählige Funkmikrofone und andere drahtlose Geräte wie In-Ear- oder Talkback-Systeme in der Medienproduktion intensiv im UHF-Spektrum betrieben werden", erklärt Othmar Stoss, der als Präsident der Österreichischen Theatertechnischen Gesellschaft (OETHG) rund 300 Mitglieder aus der Kultur- und Eventbranche vertritt. Nur mit dem UHF-Spektrum seien Konzerttourneen durch Europa mit dem eigenen Tonequipment möglich, auch Messeveranstalter, Sportstätten oder Universitäten mit ihren Hörsälen wären betroffen. "Die möglichen Kosten für einen Systemwechsel durch eine Umwidmung der Rundfunkfrequenzen allein für die Kulturbetriebe in Österreich wären enorm und würden eine dauerhafte Belastung für die kulturellen Angebote bedeuten", fügt Cay Stefan Urbanek, kaufmännischer Direktor des Volkstheaters hinzu. Laut Kreativwirtschaft Austria kommen allein die Darstellende Kunst, die Musikwirtschaft, Radio- und TV sowie die Filmwirtschaft auf eine jährliche Wertschöpfung von rund drei Milliarden Euro. 
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