Frequenzschwund: G'riss um UHF-Rundfunkfreque...
 
Adam Gryko

Die exklusive Nutzung des sogenannten UHF-Spektrums von 470 bis 694 MHz steht ab 2030 kommendes Jahr zur Debatte.

Bereits im April hat die "Allianz der TV, Radio & Kulturveranstalter" davor gewarnt, dass künftig die Abhaltung von terrestrischem Rundfunk wie auch (Kultur-)Veranstaltungen akut gefährdet sei (HORIZONT berichtete). Um dem gegenzuwirken haben sich nun 57 Verbände und Unternehemen aus 17 europäischen Ländern zusammengeschlossen. Denn bei der Weltfunkkonferenz 2023 steht die exklusive Nutzung des sogenannten UHF-Spektrums von 470 bis 694 MHz ab 2030 zur Debatte. Eventuell könnten Mobilfunkbetreiber künftig ebenfalls in diesem Frequenzband aktiv sein, womit es zu Störungen von etwa Funkmikrofonen oder In-Ear-Monitor-Systemen bei Konzerten, Konferenzen oder anderen Veranstaltungen, aber auch dem terrestrischem Rundfunk kommen könnte. Letzterer ist speziell in Katastrophen- und Krisensituationen für die Information der Bevölkerung wichtig.


Mit dem Zusammenschluss "Aufruf an Europa" sollen nun politische Entscheidungsträger und Regulierungsbehörden unter dem Motto "#saveourspectrum" aufgefordert werden, das untere UHF-Band für Rundfunk und drahtlose Produktionstechnik zu erhalten. Aktuell führt die Radio Spectrum Policy Group ein vorbereitendes europaweites Konsultationsverfahren für die Stellungnahme der EU-Kommission durch. Dieses endet am 12. August.

"Wir appellieren an die Bundesregierung, die Absicherung der Rundfunk- und Kulturfrequenzen innerhalb der Europäischen Union bedingungslos zu unterstützen", wurde der Sprecher der "Allianz der TV-, Radio- und Kulturveranstalter", ORS-Geschäftsführer Michael Wagenhofer, in einer Aussendung zitiert. Für die betroffenen Branchen sie eine Beibehaltung der über sechs Jahrzehnte bewährten Frequenznutzung "alternativlos". Der Allianz gehören in Österreich etwa der ORF, der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP), die Vereinigten Bühnen Wien, die Wiener Staatsoper oder das Burgtheater an.

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