FPÖ zieht gegen "Profil"-Redakteurin vor Pres...
 

FPÖ zieht gegen "Profil"-Redakteurin vor Presserat

Screenshot Profil.at
Mit diesem Artikel wird sich demnächst wohl der Presserat beschäftigen.
Mit diesem Artikel wird sich demnächst wohl der Presserat beschäftigen.

Partei sieht "herabwürdigende Äußerungen über FPÖ-Anhänger" und fordert eine Entschuldigung des Herausgebers

Die FPÖ ärgert sich über einen Artikel des Nachrichtenmagazins "Profil" und geht dagegen nun beim Presserat vor. Konkret geht es um einen Artikel, erschienen am 6. September unter der Überschrift "Hilfe für Flüchtlinge: Meine Freundin weint". Darin schreibt "Profil"-Redakteurin Christa Zöchling in einem Absatz: "Es ist zum Heulen: die Menschen, die ihm zukreischen und wie sie aussehen. Es sind die hässlichsten Menschen Wiens, ungestalte, unförmige Leiber, strohige, stumpfe Haare, ohne Schnitt, ungepflegt, Glitzer-T-Shirts, die spannen, Trainingshosen, Leggins. Pickelhaut. Schlechte Zähne, ausgeleierte Schuhe. Die Flüchtlinge aus dem nahen Osten sind ein schönerer Menschenschlag. Und jünger. Und irgendwie schwant ihnen das, den abgearbeiteten, älteren Österreichern. Und sie werden sehr böse und würden die Flüchtlinge gern übers Meer zurück jagen. Aber das kann man ja nicht laut sagen. Sagen sie."

Bei der FPÖ sieht man darin eine "skandalöse Herabwürdigung und Beleidigung von FPÖ-Anhängern", gegen die man nun beim Presserat vorgehen wird. Das kündigte FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl nun in einer Aussendung an. Darüber hinaus prüfe man weitere juristische Schritte gegen "diese hetzerischen und verunglimpfenden Passagen" und fordere eine Entschuldigung von Herausgeber Christian Rainer. 

Inzwischen hat sich "Profil"-Redakteurin Zöchling zu Wort gemeldet und erklärt, dass es sich bei dem Text um eine Reportage handele. "Das heißt, ich spreche subjektiv und in der Ich-Form. Ich habe unter anderem aufgeschrieben, was ich am Viktor-Adler-Markt gehört und gesehen habe. Ich habe die Menschen geschildert, wie sie auf den ersten Blick wahrgenommen werden, also auch und vor allem äußerlich - und in ihren kulturellen Codes. Wer wenig Geld hat, kauft in Billigläden, trägt Polyester-Jacken und kann sich keine teuren Zahnimplantate leisten. Die sozialen Milieus der Parteien unterscheiden sich voneinander. Es muss erlaubt sein, das zu beschreiben." Keineswegs wolle sie Menschen, "die nicht zu den Privilegierten in unserer Gesellschaft gehören und wohl auch deshalb Angst vor Zuwanderern und Flüchtlingen haben", verunglimpfen und herabwürdigen.

Hässlichkeit als moralische Kategorie



Die von ihr beschriebene Hässlichkeit sei "keine ästhetische Kategorie, sondern eine moralische". Zöchling weiter: "Ich empfinde es als kalkulierte Niedertracht, Menschen, die unter Einsatz ihres Lebens über das Meer flüchten, 'Asylbetrüger' und 'Sozialschmarotzer' zu nennen, und jeder, der hier mitkrakeelt, ist hässlich in diesem Sinn."
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