Foto-Agentur "Gamma" vor dem Aus
 

Foto-Agentur "Gamma" vor dem Aus

14 verbliebene Fotografen setzen auf "People" statt auf aufwendige Reportagen.

Manche ihrer Fotos haben sich ins kollektive Gedächtnis eingegraben. Vom Vietnam-Krieg, dem Fall der Berliner Mauer oder dem Völkermord in Ruanda haben viele Bilder im Kopf, die Fotografen der Pariser Agentur "Gamma" geschossen haben. Heute steht "Gamma" finanziell kurz vor dem Aus. Die 14 verbliebenen Fotografen bangen um ihre Arbeitsplätze.

Die Medienkrise hat auch die Fotografen voll erwischt. "Von den amerikanischen Medien gibt es seit Dezember keine Aufträge mehr, und manche Zeitschriften haben ihre Fotoseiten um 30 Prozent zusammengestrichen", sagt Stephane Ledoux, Chef der Agentur. Im vergangenen Jahr machte diese drei Millionen Euro Verlust - und im ersten Halbjahr 2009 gleich noch einmal so viel.

Aufwendige Reportagen aus der ganzen Welt kann sich die Foto-Agentur nicht mehr leisten. Auf dem Markt des Nachrichtenjournalismus gibt es für Gamma keine Perspektive, der wird von den internationalen Agenturen wie Reuters und AP beherrscht. "Wir setzen auf den Zeitschriftenmarkt", kündigte Ledoux kürzlich an. "Alle interessieren sich für 'People', also werden wir auch weiterhin 'People' produzieren", fügte er hinzu.



(Quelle: dpa)



[Matthias Writze]

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