Focus September: Nominell +8,2 Prozent!
 

Focus September: Nominell +8,2 Prozent!

In den ersten drei Quartalen erhebt Mediabeobachter Focus Media Research ein Wachstum der Brutto-Werbeausgaben von nominell 6,8 Prozent (klassische Medien: +7,7 Prozent).

Der Kurs stimmt, en gros betrachtet: Mit einem Brutto-Wachstum von nominell 8,2 Prozent (klassische Medien sogar +9,5 Prozent) setzt die Werbe- und Medienbranche gemäß Erhebung von Focus Media Research die starke Performance fort. Insbesondere die klassischen Medien profitieren von der Werbefreudigkeit der Unternehmen: Die „Klassik“ wächst über dem Marktschnitt (wobei freilich anzumerken bleibt, dass „Online“ durch eine Veränderung beziehungsweise Erweiterung der Melderunde in der Vergleichsbetrachtung außen vor bleibt. Mit über 11 Brutto-Millionen melden die „Onliner“ im September allerdings einen Wert deutlich über dem Jahresschnitt 2009).  

Aber, en detail gesehen: Es stehen aber nicht für alle Medienkategorien die Werbeampeln auf „Grün“, so wie das Werbespending-Verhalten der Branchen – und die Unternehmen finanzieren nun mal den ganzen Zauber – als „heterogen“ zu bezeichnen wäre).  

Im September sind die Gelben Seiten (+42,4 Prozent), Kino (+34,9 Prozent), die Regionalen Wochenzeitungen (+25,8 Prozent), TV-Privat (+21,3 Prozent), Hörfunk-Privat (+13 Prozent) sowie der Klassische Prospekt (rund 10 Prozent) deutlich über dem Marktschnitt vom Wachstum der Brutto-Werbespendings begünstigt.
Ein Minus erhebt Focus im September für TV-ORF (-14,1 Prozent), Fachzeitschriften (-2,4 Prozent) sowie Zeitungsbeilagen (-1,8 Prozent).  

Auf die drei Quartale 2010 kumuliert betrachtet stellt sich die Analyse so dar: Nominell wächst der Brutto-Werbemarkt um 6,8 Prozent auf gut Brutto 2,560 Milliarden Euro (der klassische Markt wächst sogar um nominell +7,7 Prozent und erreicht erstmals Brutto Zwei Milliarden Euro in den ersten drei Quartalen).
Nach Medienkanälen profitieren von diesem Wachstum überproportional Kino (+26,9 Prozent), Gelbe Seiten (+20,5 Prozent), die Regionalen Wochenzeitungen (+20 Prozent), TV-Private (+17,5 Prozent).
Die Zeitungsbeilagen verzeichnen mit +8,8 Prozent noch ein Wachstum über dem Markt – alle anderen Kanäle wachsen unterhalb des Gesamtmarktes.
Ein Minus in den ersten drei Quartalen erhebt Focus für die Außenwerbung (inklusive Ambient Media) von nominell -2,6 Prozent, ORF-TV und Fachzeitschriften (jeweils -4,4 Prozent).  

Dass dieses Wachstum im September und die Kumulation auf einigen wackeligen Beinen steht, zeigt ein Blick auf die Analyse der Sektoren: Nur die Markenartikler haben mit nominell +7,8 Prozent ihre Brutto-Spendings über dem Marktwachstum erhöht – ordentlich knapp unter Marktschnitt legen die Dienstleister (+6,7 Prozent) und die Investitionsgüter (+6,4 Prozent) zu, „Sonstige“ nur mehr nominell +4,5 Prozent und der klassische Handel (LEH und Versand) gar „nur“ 2,7 Prozent. Da unter „Sonstige“ der Handel aus Elektro, Sport, Möbel, Bekleidung subsummiert ist, kann gesagt werden: Zwei wesentlicher Treiber der Brutto-Spendings halten sich zurück.
Ja, und die Medien selbst: Satte +19,1 Prozent Wachstum der Brutto-Eigenwerbung ist eines der Strohfeuer, die das Wachstum in den ersten drei Quartalen befeuert (ein Zweites, viel Realeres, waren im August und September die Wahlen in der Steiermark und in Wien).
Es geht der Werbung nicht schlecht – aber richtig gut sieht ganz anders aus.
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