"Focus-Online" weist Abschreib-Vorwürfe von S...
 

"Focus-Online" weist Abschreib-Vorwürfe von Springer zurück

APA/dpa
Burda weist die Vorwürfe zurück
Burda weist die Vorwürfe zurück

"Focus-Online" wehrt sich gegen Abschreib-Vorwürfe des Axel-Springer-Verlags.

Die Burda-Tochter beantragte am Mittwoch beim Landgericht Köln, eine Klage von "Bild" als unzulässig und unbegründet abzuweisen. "Die erhobenen Vorwürfe des 'Artikelklaus' und der wettbewerbswidrigen Behinderung entbehren jeder Grundlage", teilte der Burda-Verlag mit.

Das offensichtliche Ziel der Klage sei vielmehr, Informationen zu monopolisieren, die hinter der Bezahlschranke von "Bild-Plus" veröffentlicht würden, um sie besser vermarkten zu können. Dies widerspreche aber dem grundgesetzlich geschützten Recht der Informations- und Meinungsfreiheit, argumentierte "Focus-Online" am Tag der Pressefreiheit.

Der Streit dreht sich um Bezahl-Inhalte und wird von der Branche mit Spannung verfolgt. Denn viele Medien versuchen wegen sinkender Auflagen und Werbeumsätze, mit journalistischem Inhalt im Internet Geld zu verdienen. Hierbei gilt Springer als Vorreiter und will Nutzer zur Kasse bitten. Springer sieht dieses Geschäftsmodell aber in Gefahr. Im Jänner hatten die Berliner ihre Klage damit begründet, "dass 'Focus Online' systematisch exklusive Bezahl-Inhalte von 'Bild-Plus' abschreibt und zum Teil des eigenen Geschäftsmodells macht".

"Bild"-Chef Julian Reichelt hatte "Focus-Online"-Chef Daniel Steil bereits Mitte 2015 einen "digitalen Hühnerdieb" genannt. Der ehemalige "Bild"-Journalist Steil blickt dem Rechtsstreit aber "sehr optimistisch" entgegen: "Die Klage dient offenbar keinem juristischen Zweck, sondern der kampagnenartigen Diskreditierung eines erfolgreichen Mitbewerbers."
stats