Focus November: Sattes Plus!
 

Focus November: Sattes Plus!

Focus Media Research erhebt für November 2009 ein nominelles Plus der Brutto-Werbespendings von 5,5 Prozent (sogar +6,9 Prozent für die klassischen Werbeträger)!

Na, also, da geht doch wieder was: Zehn Monate lang musste der Berichterstatter suchen, die wenigen "Plus"-Zeichen in der verdienstvollen Analyse des Werbebeobachters Focus auszumachen - im November ist es andersum: Ausser Kino, ORF-Hörfunk, den regionalen Wochenzeitungen, Illustrierte/Magazine, Fachzeitschriften und Direct Marketing Gesamt schreiben alle Werbeträger ein dickes Brutto-Plus. Kumuliert auf die ersten elf Monate des Jahres betrachtet hellt sich der Werbehimmel in der stillen, dunklen Zeit des Jahres deutlich auf: "Nur" mehr nominell Minus 1,5 Prozent (-2,0 Prozent für die klassischen Werbeträger).



Gelbe Seiten, Online, Plakat, TV - und Tageszeitungen!



Nutzniesser der Vor-Weihnachts-Rallye sind mit zweistelligem nominellem Wachstum der Brutto-Werbeerlöse die Kanäle Gelbe Seiten (nominell +60,4 Prozent), vor Online (+39 Prozent), klassischer Außenwerbung (+22,1 Prozent), Hörfunk Private (+11,5 Prozent) sowie den Tageszeitungen mit nominell +13,0 Prozent. im Minus hingegen Direct Marketing Gesamt mit 0,7 Prozent (monatsbereinigt sogar -1,4 Prozent) - einzig Zeitungsbeilagen schreiben im DM-Segment ein deutliches Plus von 6,5 Prozent. Lichtblick für den ORF im November: Die TV-Werbung bilanziert mit nominell +1,6 Prozent.



Damit ist der November mit dem Juli (ebenfalls nominell +5,5 Prozent) der "Rausreisser" im Jahr 2009 - vorbehaltlich des Dezember. Ihr hohes Spending-Wachstum halten auch im November die beiden "Lokomotiven" des Jahres: Markenartikler geben im Monatsvergleich um nominell +5,9 Prozent mehr aus, der Handel um 3,4 Prozent.



Alle Daten stehen hier .



Was für ein trauriges Jahr 2009!



Von den elf Monaten des Jahres 2009 waren bis November lediglich zwei Monate "über Wasser" - Juli 2009 und September 2009. Wobei der September die Nullinie nur aufgrund der Monatsbereinigung für Direct Marketing überschreitet. Die klassischen Werbeträger verlieren mit der Ausnahme Oktober 2009 in allen anderen bisherigen zehn Monaten deutlich an Brutto-Werbespendings.



Das Jahr 2008 schloss noch mit einem Wachstum der Brutto-Spendings von nominell +5,1 Prozent (inklusive DM, Klassik allein +6,7 Prozent - das waren noch Zeiten!). Noch der November 2008 lag deutlich im Plus (+2,9 Prozent Klassik plus DM, beziehungsweise +2,7 Prozent für die Klassik) - dann ging es "ins Tal der Tränen": Dezember 2008 -1,5 Prozent (-4,8 Prozent Klassik), Jänner 2009 nominell -3,8 Prozent (-0,2 Prozent), Februar -3,9 Prozent (-6,5 Prozent), März -3,4 Prozent (-6,3 Prozent), April -3,4 Prozent (-7,1 Prozent - der trostlose "Spitzenwert" im bisherigen Jahr 2009 für die klassischen Werbeträger), Mai -5,2 Prozent (-4,2 Prozent), Juni -1,6 Prozent (-2,7 Prozent).



Völlig atypisch nicht nur für 2009, sondern auch im Vergleich zu den Vor-Jahrzehnten: Der Juli 2009 ragt mit nominell +5,4 Prozent (+3,7 Prozent für die Klassik) einsam heraus.



August: -3,6 Prozent (-3,8 Prozent), September eben gerade noch +0,3 Prozent (Klassik jedoch nominell -2,9 Prozent) und der Oktober 2009 -4,7 Prozent (allerdings "nur" -0,1 Prozent für die klassischen Werbeträger) - zum Vergleich Oktober 2008: nominell +4,3 Prozent (+5,8 Prozent Klassik).



Und 2010?: Jene, die es wissen müssten/sollten, die werbungtreibenden Unternehmen, erwarten laut Focus-Werbetrendstudie 2010 ein Minus von 2,8 Prozent (und es ist anzunehmen, dass das keine Brutto-Focus-Werte, sondern auf Basis der realen Geldflüsse eingeschätzte Prozentzahlen sind) - während die Agenturvertreter mit +0,5 Prozent immerhin ein leichtes Wachstum sehen.



2010: Profiteure DM, Internet, Plakat?



Wohin die Reise 2010 gehen dürfte, erhellt die Einschätzung der Auftraggeber, welche Medienkanäle 2010 mit Wachstum oder Verlust rechnen können (in Klammern die Wachstums- beziehungsweise Schrumpfungsrate in Prozent):



Ein "kaltes" Jahr dürfte es für Kino (-16,0 Prozent), Ärztewartezimmer-TV (-8,8 Prozent), Zeitungsbeilagen (-6,7 Prozent), Verkehrsmittelwerbung (-6,3 Prozent) und Kultursponsoring (-6,2 Prozent) werden. Im Minus werden auch Monatsmagazine (-3,4 Prozent Prozent), Messen (-3,3 Prozent) und Wochenmagazine (-2,3 Prozent) von den werbungtreibenden Unternehmen eingeschätzt. Erträglich erscheinen -1,8 Prozent für Wochenmagazine und -1,5 Prozent für Tageszeitungen - auf der "Null-Linie" bewegen sich laut Auftraggebern Flugblatt/Prospekt (-0,7 Prozent), TV (-0,5 Prozent) und Fachzeitschriften (-0,4 Prozent) im kommenden Jahr 2010.



Bereits im Plus ist die Eisnchätzung für Hörfunk (+0,2 Prozent) und InfoScreen (+0,7 Prozent). Ganz ordentlich die Prognose für Samplings/Warenproben (+1,1 Prozent) und Sportsponsoring (+1,5 Prozent - Vancouver und Südafrika stehen samt Handball vor der Tür - wenn es nicht wieder mal Doping gibt...); City Light (+2,4 Prozent) und "handelsorientierte Werbung" (+2,5 Prozent) werden schon deutlich positiv eingeschätzt.



Die "Winner" 2010 dürften laut Focus-Befragung Digital-Signage (Trafik- und Shopping-Center-TV) mit +3,2 Prozent, Gratis- und Regionalzeitungen (+4,1 Prozent) sowie Plakat (+5,4 Prozent), Internet (+7,0 Prozent) und on top Direct Mailing (+9,2 Prozent) sein.
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