Focus-März: +2,5 %!
 

Focus-März: +2,5 %!

#

Focus Media Research erhebt im 1. Quartal ein Wachstum des Bruttowerbekuchens von nominell +2,1 Prozent (klassische Medien +3,6 Prozent).

Nein, es geht nicht bergab: Mit nominell +2,5 Prozent Wachstum des Bruttowerbedrucks im März weist Analyst Focus Media Research nach +1,0 im Februar und +1,5 im Jänner den bisher stärksten Werbedruck-Monat im Jahr 2012 aus.

Stärker als der Gesamtmarkt legt das Bruttovolumen der klassischen Medien (leider nach wie vor - noch - ohne Berücksichtigung von Online) zu: Nominell +2,4 Prozent im Jänner, +2,8 Prozent im Februar und nun im März glatt 3,6 Prozent).
Direct Marketing (Prospekt, B2C-Mails, Zeitungsbeilagen) hat ins Jahr 2012 einen schweren Start: Jänner -1,2 Prozent, Februar -1,0 Prozent und März -2,7 Prozent - das kann aber auch der Einführung des Sammelverteilsystems "Kuvert" seitens der Post geschuldet sein; deutlicher sind die zweistelligen prozentualen Rückläufe für Zeitungsbeilagen.

Mit der kumulierten Entwicklung des Werbedrucks in den ersten drei Monaten von nominell +2,1 Prozent (Klassik: +3,6 Prozent, Direct: -1,4 Prozent) bestätigt sich vorläufig die Prognose des "Werbebarometer" von Focus: In der Februar-Befragung erwarteten Marketer und Agenturchefs ein Wachstum von 1,9 Prozent bis September.

Allerdings ist die Entwicklung der Bruttobudgets bezogen auf Werbeträger sehr heterogen: Privat-TV wächst im 1. Quartal um glatt 17,3 Prozent, über dem Marktschnitt entwickeln sich die Brutto-Spendings nur noch für Hörfunk-Privat (+5,2 Prozent), Tageszeitungen (+4,3 Prozent) und die Regionalen Wochenzeitungen (+6,6 Prozent - die hatten mit einem Brutto-Werbevolumen von 41,4 Millionen Euro im Jänner und Februar historisch erstmals die Magazine/Illustrierte an Werbedruckvolumen überholt - in der Quartalsbilanz ist durch ein kräftiges Plus der Magazine (und ein Minus für die Regionalen) die "alte" Reihenfolge wieder ehrgestellt (Focus erhebt Anzeigen in 176 Regionalen Zeitungen/Mutationen und aus 103 Illustrierten/Magazinen)).

TV, quo vadis?
Mit zweistelligem Wachstum schreiben die Privat-TV-Vermarkter einen neuen Brutto-Volumen-Höchststand, während der ORF nominell 2,4 Prozent Werbedruckvolumen im ersten Quartal verliert.

Allerdings, schreibt Petra Permesser, MediaCom, Research & Development, im MediaCom-Newsletter zu den TV-Preisen im 1. Quartal 2012 (veröffentlicht im Februar): "Die SevenOne Media geht mit einer Preiserhöhung von 9 Prozent ins kommende Jahr, die IP-Gruppe zieht ihre Preise um 11 Prozent an. Der ORF mit -3 Prozent, ATV mit -7 Prozent und Goldbach Media mit -8 Prozent gehen das Jahr 2012 mit mehr Zurückhaltung an".

Das soll trotzdem, nach den "Regionalen" und den Magazinen/Illustrierten im Februar, eine Randbemerkung nicht aussen vor lassen:
Der kumulierte Brutto-Werbedruck der SOM (SevenOne Media Austria, Vermarkter von Puls4, ProSieben, SAT.1 und kabel 1) erreicht im 1. Quartal 56,9 Brutto-Millionen und lässt, das ist die "Premiere", den ORF (ORFeins, ORF 2, ORF III und ORFsport+), der auf 55,1 Brutto-Millionen kommt, erstmals in Sachen Brutto-Werbedruck hinter sich.

Das ist bemerkenswert und gereicht den SOM-Leuten zur Freude - aber es bleibt einmal anzumerken, wie sich die Brutto-Preise, die ja dieser Auswertung zugrunde liegen, entwickelt haben (siehe Permesser-MediaCom) und zweitens (dazu siehe bitte die Printausgabe HORIZONT 17-2012 am 27. April): Die SOM braucht ziemlich genau die zehnfache Sekundenmenge, um das ORF-Volumen zu übertreffen.
Dennoch: In Sachen Brutto-Werbedruck ein historisches 1. Quartal 2012 für das duale TV-System unter dem Gesichtspunkt der Werbedruck-Volumensverteilung.

Sähe also ganz gut aus, aber: Die "Lokomotiven" Handel & Versand, Markenartikler und Investitionsgüter sieht Focus auf "Null-Linie"; die Dienstleister legen leicht (+1,4 Prozent), "Sonstige" (Non-Food-Handel, Tourismus) um 10,6 Prozent zu.
So richtig nach "Werbefrühling" sieht das noch nicht aus bis März 2012.
stats