Focus: Dezember ,rettet´ 2009
 

Focus: Dezember ,rettet´ 2009

Focus Media Research erhebt für Dezember 2009 nominell +13,9 Prozent (klassische Medien: +17,4 Przent) Brutto-Werbewachstum - damit klingt das Trauerjahr 2009 noch versöhnlich aus und landet fast auf einer Null-Linie.

Eine unglaubliche Werbe-Rallye hat die werbungtreibende Wirtschaft im Dezember 2009 inszeniert: Sämtliche der von Focus Media Research erhobenen Werbeträger konnten im Dezember 2009 zweistellige (!) Wachstumsraten im Vergleich zum Dezember 2008 verzeichnen - mit den Ausnahmen ORF Radio, Magazine und Zeitungsbeilagen, die "nur" einstellig" zulegen (und Regionale Wochenzeitungen, Fachzeitschriften, klassischer Prospekt und Direct Mails, die ein Minus schreiben).



Der Dezember 2008 war mit einem nominellen Minus von 1,5 Prozent jener Monat gewesen, der die Talfahrt der Brutto-Spendings im Jahr 2009 eingeläutet hatte. Statt rund 270 Millionen Euro Brutto-Spendings verzeichnet Focus im Dezember 2009 308 Millionen Euro - nominell plus 13,9 Prozent. Noch deutlicher springt das Brutto-Werbevolumen in den klassischen Medien: Von 218 Millionen Euro auf 257 Millionen - ein nominelles Plus von 17,4 Prozent. (Zum Vergleich: Der stärkste Monat 2009 war der November mit einem Brutto-Volumen von rund 339 Millionen Euro - 282 Millionen Euro klassische Medien).



Das ist sehr erfreulich und ein starkes Signal für 2010 - aber zu beachten bleibt: Wir sprechen von Brutto. Gigantische Zuwachsraten verzeichneten im Dezember 2009 Online (nominell + 54,6 Prozent), Gelbe Seiten (+48 Prozent), Außenwerbung (+46,6 Prozent) - sowie Hörfunk Privat (+29,8 Prozent), Tageszeitungen (+26,0 Prozent), TV-Privat (+20,8 Prozent). Ein starkes Lebenszeichen gibt auch Kino (+11,9 Prozent). Sowohl ORF-Radio (+3,9 Prozent) als auch ORF-TV (+13,6 Prozent) legen im Dezember 2009 im Monatsvergleich deutlich zu.



"Nur" Einstellig im Dezember 2009 neben dem ORF-Radio wachsen die Magazine (lediglich nominell +3,7 Prozent Wachstum) und die Zeitungsbleilagen (+7,9 Prozent). Im Minus: Die regionalen Wochenzeitungen (-6,1 Prozent), die Fachzeitschriften (-26,9 Prozent), klassischer Prospekt (-2,5 Prozent) und Direct Mails (-2,9 Prozent) müssen auch im Dezember 2009 ein Schrumpfen des Brutto-Werbevolumens verzeichnen. Sie ist also ganz und gar nicht tot, die Krise, es wird nur neu sortiert.



Somit schliesst das Werbejahr 2009 versöhnlich, was den Werbedruck angeht - nominell lautet das Gesamtergebnis -0,2 Prozent oder Brutto 3,342 Milliarden Euro (klassische Medien: -0,4 Prozent oder 2,7 Milliarden Euro). Auf´s Jahr betrachtet sind Online (nominell +32,8 Prozent, nunmehr Brutto 115 Werbemillionen) und Gelbe Seiten (+14,2 Prozent) deutlich im Plus - und sonst nur mehr Privat-TV (+6,8 Prozent), Privatradio (+4,1 Prozent), Tageszeitungen (+1,8 Prozent) sowie klassischer Prospekt (+2,0 Prozent) und Zeitungsbeilagen (+8,5 Prozent). Am deutlichsten "Federn lassen" mussten 2009 Kino (-16,1 Prozent), ORF-Radio (-8,5 Prozent) und ORF-TV (-7,8 Prozent) sowie regionale Wochenzeitungen (-4,5 Prozent), Magazine (-10,4 Prozent) und Fachzeitschriften (-16,3 Prozent). Die nunmehr unterteilte Rubrik Außenwerbung verzeichnet "klassisch" (also Plakat, City Light und Rolling Board, Verkehrsmittelwerbung und Infoscreen) ein nominelles Wachstum von 4,1 Prozent. Neu ausgewiesen sind Werbeträger im öffentlichen Raum unter "Ambient Media" - diese im VAMÖ (Verband Ambient Media Österreich) organisierten Werbeträger melden Brutto rund 14 Millionen Euro Jahresumsatz.



Zu verdanken ist die Werbedruck-Rallye den Markenartiklern (nominell +8,0 Prozent) und dem Handel/"Sonstige" (+3,8 Prozent beziehungsweise +6,0 Prozent). Sehr zurückhaltend fällt die Bilanz für Investitionsgüter (-5,8 Prozent) und Dienstleister (-4,5 Prozent) aus.



Fazit: Die Verteilung der Werbespendings und die Gewichtung der Medienkanäle im Media-Mix wird neu organisiert - es wird sehr spannend zu sehen sein, wie 2010 startet (Jänner-Daten gibt es in der zweiten Februar-Hälfte).
stats