FM4-Musikjournalistin Dalia Ahmed: "Das Inter...
 

FM4-Musikjournalistin Dalia Ahmed: "Das Internet demokratisiert die Musikbranche"

Aufmacher

Bei der "Aufmacher"-Medienrunde vergangene Woche im Café Trabant diskutierte Dalia Ahmed über die Chancen und Probleme des Musikjournalismus.

FM4-Musikjournalistin Dalia Ahmed sprach am 22. August im Rahmen der Medienrunde "Aufmacher" über die Probleme der Sparte. Über ein Praktikum beim Vice-Magazin und ein "paar Geschichten" für das Kultur- und Musikmagazin The Gap landete die heute 27-Jährige bei FM4. Seit mittlerweile zwei Jahren läuft ihre einstündige Sendung 'Dalia's Late Night Lemonade' jeden Samstag ab 21 Uhr, in der sie versucht, "was Neues reinzubringen, dass man in Österreich nicht so kennt, aber extrem spannend ist".

Das Journalistische an ihrer Arbeit? "Zu sagen, warum ich glaube, dass etwas meiner Meinung nach gut oder schlecht ist". Ahmed glaubt nicht, das Musikdienste wie Spotify mit ihren auf nach Hörerinnen-Geschmack abgestimmten Playlists ihre Arbeit überflüssig machen können. "Ich kuratiere anders", sagt sie. Sie produziere keinen "Stundenmix, zu dem man gut lernen kann", sondern beschäftige sich mit neuen Dingen aus den unterschiedlichsten Sparten.

Für problematischer hält sie, dass Künstler klassische Medien wie FM4 immer weniger brauchen. "Mit einem Post auf Instagram haben die mehr Reichweite als mit einem Interview. Warum soll ich es mir als Rapper antun, dass ich was zu sexistischen Texten gefragt werde?", fragt Ahmed. "Die rennen uns immer weiter weg".

An sich wird für Ahmed die Musik immer spannender und demokratischer. "Jeder hat einen Laptop und kann etwas produzieren", sagte sie. "Es wird immer offener, jeder kann rein." Das trifft auch ein wenig auf den Musikjournalismus zu. Es gebe nur wenige dezidierte, gute Musikmedien. Aber heute können junge Journalistinnen und Journalisten recht fix eigene Formate wie Podcasts oder Blogs starten. "Es gibt so viele Möglichkeiten, seine Sachen rauszuschicken", sagt Ahmed.

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