Fix: ProSiebenSat1 übernimmt ATV
 

Gruppe braucht keinen Kartellrichter, um ATV zu kaufen. Auflagenliste ist länger, als ursprünglich geplant.

Die Würfel sind gefallen: ProSiebenSat.1 Puls 4 bekommt den Zuschlag für ATV. Aber: Zur ursprünglich fünfseitigen Auflagenliste kommen unter anderem Beschränkungen für die Werbevermarktung, weitere Vorgaben für Nachrichtensendungen auf ATV, für Programmplätze hinzu.

Strenge Auflagen

Die Auflagen im Detail: Es soll enge Grenzen für mehr Werbezeit auf ATV geben, wenn die ProSiebenSat1 Puls 4 Gruppe übernimmt und vermarktet. Zusätzlich soll es nicht erlaubt sein, Bonusspots für die Buchung auf ATV auf anderen Sendern der ProSieben-Gruppe zu schalten. Die Kartellbehörde wird den TV-Werbemarkt insgesamt genauer unter die Lupe nehmen.

Die Auflagen sehen vor, dass ATV den Programmplatz behalten und die kommenden Jahre via Satellit im Free TV laufen soll. Hier soll es eine transparente Reihung von Programmen geben. Auch dürften Sender ohne Österreich-Inhalte nicht vor solche mit österreichischem Content gereiht werden. Zukünftig soll es auch die ATV-Nachrichten am Wochenende geben.

Diese Auflagen gelten nun sechs statt der ursprünglich anberaumten fünf Jahre.

Übernommen wird das bisher unabhängige ATV und der Schwesternsender ATV 2 für kolportiert 20 bis 24 Millionen Euro.

In einer Aussendung der ProSiebenSat.1 Puls 4-Gruppe heißt es: "Die heutige Freigabe der zuständigen Behörden stellt einen wichtigen nächsten Schritt für den Abschluss der Transaktion dar, aber wir bitten um Verständnis, dass wir erst nach Closing Stellung nehmen können. Die erforderliche Sanierung von ATV hat es sehr schwierig gemacht, zusätzliche Auflagen zu verhandeln und zu akzeptieren. Das nun vorliegende sehr umfangreiche Zusagenpaket ist das Ergebnis einer monatelang dauernden intensiven Verhandlung mit den Behörden, in der ProSiebenSat.1 PULS 4 an die Grenzen dessen gegangen ist, was mit Blick auf die erforderliche Sanierung von ATV möglich war."
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