"Financial Times" geht an Nikkei
 

"Financial Times" geht an Nikkei

Pearson hat die "Financial Times" für etwa 1,2 Milliarden Euro nach Japan verkauft. Axel Springer kommt nicht zum Zug

Plötzlich ging alles ganz schnell: Am Donnerstag wurde bekannt, dass das britische Verlagshaus Pearson sein Wirtschaftsblatt "Financial Times" verkaufen will (HORIZONT berichtete). Zunächst war davon die Rede, dass Axel Springer an einer Übernahme interessiert sei - der Deal könne innerhalb weniger Stunden bekannt gegeben werden. Das wurde er dann auch - doch anders als von vielen Branchenbeobachtern erwartet. 

Zunächst dementierte Springer einen möglichen Kauf der "Financial Times", kurze Zeit später verkündete Pearson den erfolgreichen Verkauf an die japanische Mediengruppe Nikkei. Die Japaner zahlen 844 Millionen britische Pfund, also etwa 1,2 Millionen Euro für die lachsfarbene Zeitung. Weitere Kandidaten für den Kauf waren laut Zeitungsberichten Reuters und Bloomberg. 

Die "Financial Times" gehörte nun schon seit etwa 60 Jahren zu Pearson, der Verkauf ist das Ergebnis einer veränderten Firmenphilosophie. Insidern zufolge sieht der britische Konzern seine Zukunft ausschließlich als Buchverlag im Bildungssektor. Bereits jetzt ist Pearson Weltmarktführer bei Lehrbüchern.

Der 50-prozentige Anteil, den Pearson an dem Wochenmagazin "The Economist" hält, ist von dem Deal nicht betroffen. Hier will man offenbar nicht aussteigen. 
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