Filminstitut stellt ORF an den Pranger
 

Filminstitut stellt ORF an den Pranger

Das Österreichische Filminstitut sieht den ORF mit der Streichung des Film/Fernseh-Abkommens als "Totengräber des österreichischen Films".

"Die Ankündigung des ORF, das Film/Fernseh-Abkommen mit dem Österreichischen Filminstitut zu streichen und diese Maßnahme auch noch als notwendige 'Konzentration auf das Kerngeschäft' zu bezeichnen, kommt einer veritablen Bankrotterklärung des öffentlich-rechtlichen Senders in Bezug auf den Kinofilm gleich", erklärt das Österreichische Filminstitut in einer Aussendung vom 16. November. Sollte 2010 die Mitfinanzierung von Kinofilmen tatsächlich ausgesetzt werden, beraube sich der Sender damit - neben allen zusätzlich geplanten Einsparungen im heimischen Programm - nicht nur weiter seiner Identität, sondern auch erheblich seiner Gebührenlegitimation und mutiere damit "vom Partner zum Totengräber" des österreichischen Films, der ohne den ORF aber nicht funktioniere.



Sämtliche in den letzten Jahren gesetzten Maßnahmen, von der Aufstockung der Filmförderung bis hin zu der für 2010 geplanten Schaffung eines Produktionskostenzuschuss-Modells für den Kinofilm nach deutschem Vorbild, können keine echte Wirkung entfalten, wenn die Basis, die Mitfinanzierung des ORF, fehlt. Und gerade in dieser Situation den Kinofilm einfach zu streichen und zum Spielball einer Gebührenrefundierung zu machen, anstatt von sich aus die bestehende erfolgreiche Kooperation aktiv und selbstbewusst auszubauen, sei laut dem Institut "zynisch".

Nachdem für den ORF der Kinofilm nicht mehr zum Kerngeschäft zählt, muss nach Ansicht des Österreichischen Filminstituts das Film/Fernseh-Abkommen unbedingt im ORF-Gesetz verankert, betraglich mit zehn Millionen Euro jährlich gesichert und so der ORF zu seinem Glück gezwungen werden, um dem eigenen Selbstzerstörungstrieb wenigstens in diesem Bereich entgegen zu wirken.
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