Fernsehfonds Austria vergab im Vorjahr 15,8 M...
 

Fernsehfonds Austria vergab im Vorjahr 15,8 Mio. Euro Förderungen

Höchstes Volumen seit der Gründung - Erster Antragstermin 2013 für 17 Projekte mit positivem Abschluss

Der Fernsehfonds Austria hat im Vorjahr das höchste Fördervolumen seit seiner Gründung vergeben: Insgesamt wurden 2012 60 Projekte mit insgesamt 15,8 Mio. Euro unterstützt, wie am Dienstag bei einer Pressekonferenz mitgeteilt wurde. 16 Einreichungen kamen umgekehrt nicht zum Zug. Unter den geförderten Projekten waren vier Serien, 20 Fernsehfilme und 36 Dokumentationen mit Herstellungskosten von insgesamt 95 Mio. Euro. Deutlich mehr als ein Drittel, nämlich 43 Mio. Euro davon, wurden in Österreich ausgegeben.

Der erste Antragstermin 2013 fand wiederum für 17 Projekte ein positives Ende. Sie konnten sich bei insgesamt 28 Einreichungen über Förderzusagen freuen und werden nun mit rund sieben Mio. Euro bedacht. Unter den fünf Fernsehfilmen, drei Serien und neun Dokumentationen finden sich etwa Michael Glawoggers "Die Frau mit dem Schuh", der fünfte Teil der Krimireihe "Polt" (Regie: Julian Pölsler) und Thomas Roths Psychothriller "Blutsschwestern". Förderung in Serie sozusagen gibt es für "Soko Donau" oder "Die Detektive", während bei den Dokus u.a. "Der taumelnde Kontinent", "Sarajevo - Das Attentat" oder "Die Weltreise der Familie Zid" von Nikolaus Geyrhalter Zusagen erhielten.

Die Hälfte der Projekte, die abgelehnt wurden, hätten RTR-Geschäftsführer Alfred Grinschgl zufolge eine zu geringe Wertschöpfung für Österreich. Seit einem Jahr gelten die überarbeiteten Förderrichtlinie des Fernsehfonds, denen zufolge in Ausnahmefällen bis zu 30 Prozent des Produktionsbudgets gefördert werden können, "wenn die Zielsetzungen der Förderung in besonderem Maße erfüllt werden". Das sei etwa dann der Fall, wenn ein Filmprojekt sich durch "besondere, österreichisch-kulturelle Identität auszeichnet", so Grinschgl. Ein Beispiel für so einen Fall ist der Landkrimi "Steirerblut", der allerdings bereits im Vorjahr gefördert wurde und bei der diesjährigen Diagonale Premiere feierte. Aber auch Glawoggers neues Projekt wird mit 30 Prozent des Gesamtvolumens gefördert.

Jährlich stehen dem Fernsehfonds insgesamt 13,5 Mio. Euro zur Verfügung. Dass 2012 diese Summe überschritten werden konnte, erklärt sich aus geringeren Vergaben im Jahr davor. Für Grinschgl steht der Fernsehfonds jeden Tag vor der Herausforderung, "ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Interessen der Sender einerseits und den der Fernsehproduzenten andererseits zu finden".

(APA)
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