Fernsehfonds Austria mit neuen Förderrichtlin...
 

Fernsehfonds Austria mit neuen Förderrichtlinien

RTR/Fernsehfonds Austria
Die neuen Förderrichtlinien sollen vor allem den Produzenten zugute kommen.
Die neuen Förderrichtlinien sollen vor allem den Produzenten zugute kommen.

Neuerungen vor allem bei Lizenzzeiten für Fernsehsender. RTR-Geschäftsführer Alfred Grinschgl sieht Stärkung der Produzenten

Der Fernsehfonds Austria hat seine Förderrichtlinien zum 1. Oktober geändert. Die wohl wichtigste Neuerung betrifft die Lizenzzeiten für Fernsehsender. Bislang lagen die TV-Rechte für Spielfilme und Dokumentationen sieben Jahre lang und für Serien zehn Jahre lang bei den Fernsehveranstaltern. Nun betragen die Lizenzzeiten für Filme und Dokus fünf und für mehrteilige Produktionen sieben Jahre. Das gilt allerdings nur bei Produktionen mit einem Finanzierungsanteil der Sender bis maximal 54 Prozent. Bei Produktionen, bei denen ein Sender mindestens 55 Prozent selbst finanziert (bei mehrere Sendern min. 60 Prozent), bleibt es bei sieben Jahren für Filme und Dokus sowie bei zehn Jahren für mehrteilige Produktionen. 

"Die Lizenzzeit ist zwar nicht einheitlich, aber wir haben damit einen Fuß für weitere, dahingehende Entwicklungen in die Tür gestellt", sagt Alfred Grinschgl, RTR-Geschäftsführer. Bei einem Pressegespräch erklärt er darüber hinaus: Wenn ein Sender weniger als 30 Prozent selbst finanzieren will, ist der Fernsehfonds Austria nicht zu einer Förderung bereit. 

Weitere Neuerungen: Bei der Verwertung der VoD-Rechte werden die Produzenten gestärkt. Während der ersten Hälfte der Lizenzdauer halten Produzenten und TV-Sender gemeinsam die Rechte, während der zweiten Hälfte liegen die Rechte komplett bei den Produzenten. Außerdem wurde die Mindestlänge für förderbare Produktionen auf 45 Minuten erhöht. Damit solle verhindert werden, dass auch servicelastige Magazinbeiträge eingereicht werden, so Grinschgl. Serien-Folgen werden in der Dauer einfach addiert. Die 7-Tage-Regelung dagegen bleibt bestehen. Wobei Grinschgl sagt, dass die TV-Sender Formate natürlich auch länger als sieben Tage in ihren Mediatheken anbieten könnten - nur dann eben mit einer zusätzlichen Bezahlung an die Produzenten.

"Uns ist ein Balanceakt gelungen"



Hinzu kommen weitere, kleinere Änderungen, die vor allem die Antragsstellung und die Abrechnung betreffen. So kann ab sofort nur noch für solche Produktionen ein Antrag gestellt werden, deren Dreharbeiten noch nicht abgeschlossen sind. "Mit diesem neuen Regelwerk ist uns ein Balanceakt gelungen. Es wurden sowohl die Interessen der Produzenten als auch der Rundfunkanstalten bestmöglich berücksichtigt mit dem Ziel, die österreichische Filmwirtschaft zu stärken", sagt Grinschgl. "Viele neue Bestimmungen der Förderrichtlinien zielen auf die Stärkung der Produzenten ab."

Geförderte Produktionen: Von "Maximilian" bis "Altes Geld"



Die Regelungen gelten bis zum 31. Dezember 2018, wenn sich allerdings vorher schon Modifizierungsbedarf ergebe, "können wir die Richtlinien jederzeit wieder einem Review unterziehen", so Grinschgl. Hintergrund: Der Fernsehfonds Austria muss regelmäßig seine Förderrichtlinien anpassen, die ursprünglichen Regelungen hätten eigentlich noch bis Ende dieses Jahres weiterlaufen können. Der Fernsehfonds Austria zählt zu den größten Förderstellen im deutschsprachigen Bereich, sein jährliches Budget beträgt 13,5 Millionen Euro. Die wesentliche Aufgabe des Fonds besteht darin, die Filmwirtschaft und die Produzenten zu unterstützen. Heuer hat der Fernsehfonds bereits einige Produktionen unterstützt, so flossen unter anderen 3,2 Millionen Euro in den ORF-Dreiteiler "Maximilian". Den ORF-Film "Kleine große Stimme", der übrigens am 8. Dezember in ORF 2 zu sehen ist, förderte man mit etwa 850.000 Euro. Im Serien-Bereich flossen 2,25 Millionen Euro in die Produktion von "SOKO Donau", weitere 1,3 Millionen Euro gingen an die Schalko-Produktion "Altes Geld", die ab November im ORF zu sehen sein wird.
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