Fernsehen und Internet - EU befasst sich mit ...
 

Fernsehen und Internet - EU befasst sich mit Konvergenz

Strategiepapier aufgelegt - Kommission könnte regulatorische oder politische Maßnahmen ergreifen

Serien schauen via Internet, YouTube-Videos am Flachbildfernseher abspielen: Internet und Fernsehen verschwimmen zunehmend. Nach Schätzungen der EU-Kommission gibt es in europäischen Haushalten mehr als 40,4 Millionen Fernseher mit Webanschluss, 2016 dürften solche Geräte die Mehrheit stellen. Daher will sich die Brüsseler Behörde jetzt dieser Konvergenz annehmen und herausfinden, was diese für das Wirtschaftswachstum in Europa und auch die kulturelle Vielfalt bedeutet.

In einem ersten Schritt sollen Themen wie Binnenmarkt, Finanzierung, aber auch Medienvielfalt und -freiheit sowie Kinderschutz ausgelotet werden. Bis Ende August 2013 können Industrie und Öffentlichkeit ihre Meinung einbringen.

Auf einen neuen Standard pocht die EU-Kommissarin für digitale Medien, Neelie Kroes, vorerst nicht, wenngleich die Kompatibilität auch Thema des Strategiepapiers sein wird. In Europa scheine es ein gewisses Risiko der Zersplitterung zu geben, da in den einzelnen Ländern verschiedene Geräte zum Einsatz kämen, selbst wenn sie denselben Standard nutzen. Nach Auswertung des sogenannten Grünbuchs könnte die Kommission politische oder regulatorische Maßnahmen wie zum Beispiel eine Selbstregulierung prüfen.

Kroes zufolge geht es auch darum, wie digitale Inhalte künftig finanziert werden können und die EU im globalen Wettbewerb mithalten kann. Das Handelsdefizit mit den USA betrage in diesem Sektor 8 Milliarden Dollar pro Jahr, sagte die Kommissarin am Mittwoch in Brüssel. Mit dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA haben die Bestrebungen aber nichts zu tun, stellte sie klar.

(APA)
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